TÜPl Allentsteig spaltet die politischen Lager. FPÖ-Abgeordneter Alois Kainz will TÜPl umgestalten. SP begrüßt Pläne, VP verweist auf Beschluss, Grüne wollen Naturreservat.

Von Markus Füxl. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:15)
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Am TÜPl wird für den militärischen Ernstfall geübt. Geht es nach der FPÖ, soll dort auch eine sogenannte Sicherheitsinsel entstehen.
Bundesheer, Bundesheer

Eine Umstrukturierung des Truppenübungsplatzes Allentsteig fordert FPÖ-Nationalratsabgeordneter Alois Kainz: Er will dort eine sogenannte Sicherheitsinsel etablieren. Ein entsprechender Entschließungsantrag im Landesverteidigungsausschuss wurde von ÖVP, Grünen und Neos abgelehnt, lediglich die SPÖ stimmte mit den Freiheitlichen.

„Mit diesem Beschluss lässt die türkis-grüne Bundesregierung die Region Waldviertel wieder einmal im Stich“, ärgert sich Kainz. Denn ein Sicherheits-Standort könne im Katastrophenfall für die Region Nahrungsmittel, Medikamente und ärztliche Versorgung bereit stellen sowie als Anlaufstelle im Notfall fungieren– ein unverzichtbares Angebot bei der immer größer werdenden Gefahr eines Blackout-Szenarios, sagt der FPÖ-Abgeordnete: „Die beiden niederösterreichischen Standorte – die Burstyn-Kaserne in Zwölfaxing und der Fliegerhorst Brumowsky in Langenlebarn – können die Region Waldviertel derzeit im Krisen- und Katastrophenfall nicht ausreichend versorgen.“

„Zwei paar Schuhe“. ÖVP-Nationalratsabgeordneter Lukas Brandweiner verweist auf einen beschlossenen Allparteienantrag, der die Autarkie aller Kasernen vorsieht: „Es steht außer Frage, dass der Truppenübungsplatz Allentsteig nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sehr wichtig für die Region und darüber hinaus ist. Im Waldviertel haben wir mit Weitra, Horn und Mautern gleich drei weitere Kasernenstandorte und sind so für mögliche Katastrophenszenarien gut aufgestellt. Außerdem haben wir mit unseren Freiwilligen Feuerwehren und dem Zivilschutzverband ebenfalls verlässliche Helfer für die Bevölkerung.“ Kainz kontert: „Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass alle österreichischen Kasernen autark sind. Autarkie der Kasernen und tatsächliche Ernennung einer Kaserne als Sicherheitsinsel sind aber zwei unterschiedliche Paar Schuhe“.

SPÖ begrüßt Pläne, Grüne haben anderes vor. SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Herbert Kraus begrüßt die freiheitlichen Pläne: „Wo, wenn nicht auf einem Truppenübungsplatz, würde eine solche Sicherheitsinsel besser passen? Allentsteig hätte dafür die oberste Priorität.“ Auch er sieht wie Kainz einen Blackout als großes Gefahrenpotenzial: „Der TÜPl könnte dann theoretisch die Bevölkerung des Waldviertels aufnehmen und versorgen.“

Grüne-Landtagsabgeordnete Silvia Moser verweist auf regionale Versorgungseinrichtungen, die im Katastrophenfall Lebensmittel und Medikamente bereits dezentral bereitstellen könnten. Für die Grünen sei der FPÖ-Antrag nicht neu, sagt Bezirkssprecher Andreas Piringer: „Wir haben schon vor 15 Jahren eine Zivilschutzeinrichtung am TÜPl gefordert.“

Geht es nach den Grünen, soll der TÜPl anders strukturiert werden: „Ein Drittel der Fläche sollte an die ehemaligen Eigentümer zurückgegeben werden, ein Drittel könnte als Schutzzentrum genutzt werden, ein Drittel als Naturpark. Angrenzende Gemeinden haben das Manko, dass sie eine Sperrzone vor der Haustüre haben“, erklärt Piringer.

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