Neue "Mikroinseln" sollen Mülltrennung erleichtern. Der Gemeindeabfallverband Zwettl installierte neue "Mikroinseln", um die Trennung von Restmüll, Kunststoffverpackungen, Getränkedosen und Papier zu erleichtern. Die Mistkübeln in schwarz, gelb, blau und rot bieten ein jeweiliges Fassungsvermögen von je 50 Litern, auch Zigaretten können dort ausgelöscht werden.

Von Franz Pfeffer und Friedrich Schiller. Erstellt am 17. Juni 2021 (14:03)

Ein innovatives Projekt präsentierte am 15. Juni der Gemeindeabfallverband Zwettl, um gemeinsam mit der Bevölkerung die Abfall- und Kreislaufwirtschaft im Bezirk voranzutreiben. Mit Mikrosammelinseln an neuralgischen Punkten soll eine weitere praktische Maßnahme zur einfachen Abfalltrennung im öffentlichen Raum umgesetzt werden. Bisher wurden in den Gemeinden für die Sammlung von Abfällen im öffentlichen Raum, bei Freizeitanlagen, Hauptplätzen, Schulbereichen, Badeanlagen und Sehenswürdigkeiten einfache Papierkörbe verwendet. Daher erfolgte keine getrennte Abfallsammlung und die Abfälle wurden über den Restmüll entsorgt.

Landtagsabgeordneter Bürgermeister Franz Mold sagt zum Projekt: „Wir sehen, dass an vielen genannten und touristischen Orten in unseren Verbandsgemeinden Bedarf an zusätzlichen Entsorgungsmöglichkeiten besteht und wir werden daher mit Mikrosammelinseln einen wesentlichen Beitrag leisten, um unseren Bezirk zusätzlich umwelt- und abfallfit zu machen.“  Geplant ist, dasss in den 24 Mitgliedsgemeinden des Gemeindeverbandes Zwettl ein bis zwei Mikroinseln errichtet werden. Neben Zwettl wurde eine solche etwa bereits in der Weghubergasse aufgestellt. Stadtrat Manfred Zipfinger verschönerte die Umgebung der Microsammelinsel, indem er Baumstümpfe zu Blumenbehältnissen umfunktionierte.

Müllstationen auch für Zigaretten

Zum Einsatz kommen dabei spezielle Behälter. Franz Mold erklärt: „Mit den Urban Bin Wertstoffsammelbehältern und einem Fassungsvermögen von 50 Liter, einem grauen Rumpf und verschiedenen Deckelfarben setzen wir ein innovatives Produkt am Puls der Zeit ein. Die Behälter sind mit integriertem Metallplättchen zum Auslöschen von Zigaretten ausgestattet und bestehen aus einem speziellen Kunststoff, der CO2-neutral produziert wurde. Durch seine mechanische Stabilität behält der Behälter auch bei großen Volumeninhalten seine Form und eignet sich deshalb hervorragend für unser Projekt.“

Der Verbandsobmann des GV Zwettl, Bürgermeister Andreas Maringer, führt im Detail aus: „Unser System der Mikrosammelinseln folgt vier Sammelkategorien. Neben Restmüll, Kunststoffverpackungen und Getränkedosen bieten wir auch eine Entsorgungsmöglichkeit für Papier an. Die klassischen Farben für die Trennung schwarz, gelb, blau und rot bilden hierfür das altbekannte und gut bewährte Leitsystem. Damit schaffen wir im öffentlichen Raum eine substanzielle Grundlage, um Abfallströme für die weitere Verwertung vorzusortieren. Das ist eine optimale Ergänzung zu den bereits bestehenden Sammelsystemen öffentlicher Einrichtungen.“

Leichte und sichtbare Montage in den Gemeinden

Montiert werden die Mikrosammelinseln nicht nur an Pfählen und Wänden, sondern auch an Lichtmasten. Geschäftsführer Mayerhofer zeigt auf: „Neben der einfachen Aufstellung ist uns auch die regelmäßige Entleerung wichtig. Ich bin daher sehr froh, dass sich unsere Mitgliedsgemeinden entschlossen, dass die Gemeindemitarbeiter die Entleerung übernehmen.“

Der GV Zwettl erwartet sich durch die Projekte nicht nur, dass ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft geleistet wird, sondern insbesondere die bessere Trennung von Abfällen. Franz Mold und Andreas Maringer enden gemeinsam: „Unser Verbandsvorstand hat mit dem Beschluss für Mikroinseln eine zukunftsweisende Entscheidung für die Bevölkerung in unserem Bezirk getroffen. Damit landet Abfall nicht im Restmüll, sondern wird in den unterschiedlichen Stoffkategorien entsorgt. Das ist ein Vorzeigeprojekt mit Strahlkraft über den Gemeindeabfallverband  Zwettl hinaus und vorbildlich im Sinne der Kreislaufwirtschaft und der kommunalen Abfallwirtschaft in Niederösterreich.“