Schmidatal erwandern: Wanderlust trifft auf Weingenuss. Der Radetzkymarsch-Wanderweg offenbart die schönsten Seiten des Weinviertels: In der Natur und auch im Glas.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 28. Juli 2021 (07:00)
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NÖN-Redakteurin Veronika Löwenstein beim ersten Stopp: Vom „Schmidatalblick“ hat man eine herrliche Rundumsicht.
Löwenstein/Wöhrnschimmel

Wer die große Action braucht, ist hier fehl am Platz. Wer die Ruhe in der Natur fernab der Menschenmassen sucht, wird am Radetzkymarsch-Wanderweg fündig: Quer durch Weingärten, Wälder und Felder geht es durchs Schmidatal im westlichen Weinviertel. Die Verbindungsroute vom südlichen bis zum nördlichen Ende ist insgesamt 55 Kilometer lang. Einsteigen kann man aber in jeder Gemeinde und von dort kürzere Tageswanderungen unternehmen. Die Radetzky-Gedenkstätte am Heldenberg hat dem Wanderweg seinen Namen gegeben.

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Der Weg in Richtung Frauendorfer Kellergasse führt durch fruchtbare Wiesen und malerische Weinberge.
Löwenstein, Wöhrnschimmel

Beim Start in Hollenstein in der Gemeinde Ziersdorf fällt der erste Blick auf die kleine Kapelle mit ihrem Glockenturm aus ungeschliffenem Naturstein, der mit einem schmiedeeisernen Kreuz abschließt. Im Jahr 1936 wurde das Kirchlein eingeweiht.

Das erste Stück führt über asphaltierte Wege, die in einen gut befestigten Feldweg münden. Immer weiter geht es weg von bebautem Gebiet, immer tiefer führt der Weg in die so typische Weinviertler Landschaft. Wie Pinselstriche ziehen sich die intensiven Farben der Felder über die sanften Hügel und wetteifern mit dem Blau des Sommerhimmels. In einer sanften Steigung geht es bergauf, die Hänge werden jetzt immer öfter von Weingärten gesäumt. Von Weitem ist das Krähen eines Hahns zu hören, zwei Ziesel queren in Windeseile den Weg und ducken sich im Gras.

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Eine Landschaft wie gemalt: Die sanften Hügel des Weinviertels eignen sich hervorragend für Wanderungen und Tagestouren.
Löwenstein, Wöhrnschimmel

Tief in den Löss gräbt sich der Hohlweg, durch den man steil bergauf wandert, ehe man nach rund 1,5 Kilometern die erste Raststation erreicht. Der Aussichtspunkt „Schmidatalblick“ bietet nicht nur eine überdachte Sitzgelegenheit, sondern vor allem einen herrlichen Rundumblick über die Landschaft.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es gemächlich bergauf, bis man eine Hochebene erreicht, die bei klarer Sicht bis ins Alpenvorland schauen lässt. Begleitet wird der Wanderer dort oben von bewirtschafteten Feldern auf der einen Seite und naturbelassenen Eichenwäldern in einer Schlucht auf der anderen Seite. Wer Natur pur sucht, wird sie hier finden, das einzige Geräusch ist das sanfte Wiegen der Ähren im Wind. Die Zivilisation und ihre Nebengeräusche sind weit, weit weg.

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Der Schachbrettfalter braucht blütenreiche Wiesen, die er im Schmidatal noch findet.
Löwenstein, Wöhrnschimmel

Nur kurz streift man das obere Ende von Kleinstelzendorf, legt ein kurzes Wegstück auf einer wenig befahrenen Straße zurück und biegt dann in Richtung Frauendorf ab. Hier beginnt der landschaftlich reizvollste Teil der Rundwanderung. Weinberge und naturbelassene, blütenreiche Wiesen wechseln sich ab und bieten dem Schachbrettfalter ein Refugium. Zu Tausenden umschwirren die auffälligen schwarz-weißen Schmetterlinge die Wanderer. Diese biegen schließlich über einen Hohlweg von oben in eine der malerischsten Kellergassen des Weinviertels ein. Beim Zwimandl Kölla in der Frauendorfer Kellergasse genießt man unter schattenspendenden Bäumen ein Achterl Weinviertel DAC und stärkt sich bei einer Kellerjause mit hausgemachten Spezialitäten.

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