Rudolf Strobl ist Rotary-Präsident. Rudolf Strobl, der Geschäftsführer der Firma Strobl Austria GmbH, wird nun für ein Jahr dem Club vorstehen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 22. Juli 2021 (04:29)
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Rudolf Strobl (links) bei seiner ersten Handlung als neuer Präsident des Rotary Clubs Zwettl: Er überreichte gemeinsam mit seinem Vorgänger Franz Loidolt die Paul Harris Fellow Auszeichnung an Franz Schrenk.
privat

Der Rotary Club Zwettl hat einen neuen Präsidenten: Rudolf Strobl, der Geschäftsführer der in Waidhofen ansässigen Firma Strobl Austria GmbH, wird nun für ein Jahr dem Club vorstehen. Die NÖN sprach mit ihm über seine Aufgabe und die Rolle des Rotary Clubs als Netzwerk und Wohltätigkeitsorganisation.

NÖN: Wie lange sind Sie schon beim Rotary Club Zwettl? Wie wird man da Präsident?

Rudolf Strobl: Ich wurde 2015 Mitglied, nachdem ich von verschiedenen Leuten als neues Mitglied vorgeschlagen wurde. Ich habe damals die Weberei Wirtex in Frühwärts gekauft, damit habe ich einige Aufmerksamkeit erregt. Beim Rotary Club wird jedes Jahr ein anderes Mitglied Präsident, man bespricht sich unter den Mitgliedern, wer für das Amt in Frage kommt und wer es machen will. Eine Wahl findet allerdings nicht statt. Das Ziel ist, dass jedes Mitglied im Laufe der Zeit einmal Präsident wird.

Warum entschieden Sie sich, zum Rotary Club zu gehen?

Strobl: Weil ich etwas an jene Leute weitergeben möchte, die es nicht so gut im Leben getroffen haben.

Welche Aufgaben hat man als Präsident eines Rotary-Clubs?

Strobl: Es geht darum, gemeinsam mit den Mitgliedern Aktivitäten zu setzen, welche die Hilfsbereitschaft im täglichen Leben und die Freundschaft untereinander fördern. Dazu gehören die Organisation der 14-tägigen Treffen auf Schloss Rosenau, aber auch das Planen und Abhalten von Veranstaltungen und Aktionen, um Spendengelder zur Unterstützung lokaler und internationaler Projekte zu lukrieren. Diese Spenden sind wichtig, da sie die Mittel, die durch Mitgliedsbeiträge und Spenden der Mitglieder zusammenkommen, wesentlich ergänzen.

Was macht der Rotary Club mit dem gesammelten Geld von den Mitgliedern und den Spendern?

Strobl: Für uns steht der soziale Aspekt im Mittelpunkt. Ein Teil der Einnahmen wird für internationale Projekte von Rotary verwendet – wir haben etwa den Bau einer Schule in Uganda unterstützt. Der Rotary Club setzte sich international auch für die Polio-Bekämpfung und den Wiederaufbau in Bosnien-Herzegowina ein. Mehr als die Hälfte unserer finanziellen Mittel wird für regionale Projekte verwendet. Im Vorjahr unterstützten wir den Soma-Markt, heuer unterstützen wir das Projekt ‚Ferien ohne Handicap‘ im Jufa Hotel in Raabs, wo Eltern von behinderten Kindern einmal ein paar Tage von ihrer schwierigen Betreuungsarbeit eine Auszeit nehmen können. Wir helfen auch Familien, die spontan in Not geraten sind. Unsere Mitglieder machen dazu Vorschläge. Uns ist wichtig, dass jene Leute das Geld erhalten, die es am dringendsten brauchen und nicht jene, die einfach nur am lautesten schreien.

Von welchen Summen reden wir hier?

Strobl: In den vergangenen 25 Jahren hat der Rotary Club Zwettl rund 500.000 Euro gespendet. Über die Hälfte davon blieb in der Region.

Manche Leute betrachten den Rotary Club als etwas Elitäres oder als eine Art Freimaurer-Vereinigung. Trifft dieses Bild zu?

Strobl: Keinesfalls. Wir sind ein offener Club, auch Frauen können Mitglieder werden, wir sind politisch und religiös unabhängig. Die Clubs, wo fast nur alte Herren drin sitzen, gibt es heute kaum mehr, bei uns jedenfalls ist das nicht der Fall. Unsere Mitglieder sind Unternehmer, stammen aus dem sozialen Bereich oder dem Sicherheitsbereich, wir sind gut gemischt.

Neue Mitglieder sind willkommen, wichtig ist für uns, dass unsere Mitglieder sich beruflich wie privat als Vorbilder für die Gesellschaft verhalten.

Steht die Aufnahme eines neuen Mitglieds an, beraten wir uns im Club, ob die Person die Anforderungen erfüllt und zu uns passt.