Polacek wirft Blick auf 25 Jahre Theater an der Mauer. Prinzipal Ewald Polacek hielt die 25-jährige Geschichte des Theaters an der Mauer in Waidhofen an der Thaya fest. Buch wurde präsentiert.

Von Monika Freisel. Erstellt am 17. Juni 2021 (03:36)

Vorgeschichte und Gründung des „Theater an der Mauer“ – kurz TAM genannt - standen im Mittelpunkt der Erzählungen, die Prinzipal Ewald Polacek und Doyen Walter Weber am Samstagabend auf der Bühne des Theaters dem Publikum darboten.

Als Polacek 1982 das Gebäude übernahm, fand er Räume vor, gefüllt mit Kohlen und Steinen, der Boden bestand aus gestampfter Erde, Zwischendecken waren zerbrochen, der Kanal beschädigt, Ratten tummelten sich. Eine umfangreiche Sanierung war notwendig: Das Gebäude wurde ausgehöhlt, 67 Tonnen Schutt mussten weggeräumt werden. Der Umbau in den Jahren 1984/85 erfolgte durch heimische Firmen. „Jetzt ist das Gebäude heimelig und schön“, freut sich Polacek.

Keller entdeckt. Vor seinem Eintritt in die Theaterwerkstatt 1 im Jahr 1995, erzählt Ewald Polacek, hätte der damalige Gemeindearzt Walter Weber klargestellt, dass er diese Ausbildung nur mache, um sich für seine Vorträge rhetorisch und stimmlich zu perfektionieren. „Aber auf eine Bühne stelle ich mich nie!“, erklärte er nachdrücklich. Diese Einstellung änderte er erfreulicherweise nach den ersten erfolgreichen Aufführungen, er wurde ein Fixstern des Ensembles mit großem Rollenrepertoire. Weber wirkte auch beim Freilegen und beim Ausbau des Kellers mit. Unter dem verdichteten Flins-Boden entdeckte man bei Grabungsarbeiten einen tiefer gelegten Kellerraum und legte diesen frei, Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert wurden arbeitsaufwendig gereinigt. Nach der Fertigstellung 1998 wurden ausgedehnte Kellerfeste Tradition. Für einen kleinen Teilnehmerkreis gab es auch immer wieder „Literatur im Keller“.

Erste Aufführung im Jänner 1997. 1995 wurde die Theaterwerkstatt 1 gegründet, in dem 18 „Aufrechte“ (O-Ton Polacek) einander trafen. Eineinhalb Jahre lang wurde nur unterrichtet und geprobt. Die erste Aufführung erfolgte im Jänner 1997 mit „Beziehungsweise“ und zeigte Szenen aus der klassischen und modernen Theaterliteratur. 2003 kaufte Polacek das Nebengebäude und ließ es mit Walter Webers Assistenz durch Waidhofner Betriebe sanieren. Heute befinden sich die Proberäume und der Theaterfundus im Nebengebäude.

Zu Beginn des Theaterbetriebs gab es acht Aufführungen pro Jahr, Anfang der 2000er-Jahre an die 100. Der Verein für Theater und Theaterpädagogik wurde 2002 gegründet, erster Obmann war Walter Weber, ihm folgte 2016 Eveline Winter nach, die ihre Funktion vor Kurzem aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen musste. Eva Liebhart, die am Gymnasium Waidhofen Deutsch und Englisch unterrichtet und seit ihren Jugendjahren eng mit dem TAM verbunden ist, hat sich bereit erklärt, die Nachfolge anzutreten.

Wer die Geschichte des Theater an der Mauer genauestens mitverfolgen möchte, kann sie in dem neuen Buch von Ewald Polacek „TAM – 25 Jahre Theater an der Mauer“ nachlesen. Der Bildband ist 331 Seiten stark und bietet einen umfassenden Rückblick auf das Vierteljahrhundert des Bestehens der Institution.