Waidhofen an der Thaya: Runder Tisch im Rathaus. Vertreter aller Fraktionen besprechen am Mittwoch die weitere Vorgehensweise, um Spannungen zwischen Politik und Verwaltung in Waidhofen zu lösen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:19)
rathaus waidhofen/thaya
Das Waidhofner Rathaus
M. Schwab

Wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen, beruft Bürgermeister Josef Ramharter (ÖVP) einen Runden Tisch mit Vertretern aller Fraktionen zur Evaluierung von Lösungsansätzen für das Spannungsverhältnis zwischen Politik und Verwaltung ein: Als Termin wurde der dieswöchige Mittwoch (28. Juli) fixiert.

Wie berichtet, gipfelte dieses Spannungsverhältnis vor der Wahl Ramharters in zeitgleichen Krankenständen führender Amtsmitarbeiter, darunter auch Amtsleiter Rudolf Polt, was Gerüchte eines „Boykotts“ des neuen Bürgermeisters durch die Verwaltung befeuerte.

Auch die Kündigung eines leitenden Mitarbeiters auf dessen eigenen Wunsch stand bereits im Raum, konnte jedoch durch Ramharter noch abgewendet werden.

Um sich vor dem Runden Tisch ein besseres Bild zu verschaffen, setzte sich Ramharter zum Ziel, Einzelgespräche mit den Beteiligten zu führen. „Ich will bis zum Runden Tisch zumindest mit allen Mitarbeitern im Rathaus gesprochen haben. Bei den Wirtschaftsbetrieben wird sich das nicht mehr ausgehen“, stellte Ramharter am Montag im Gespräch mit der NÖN klar.

Es werden von jeder Fraktion zwei Personen teilnehmen, mit Ausnahme der ÖVP, hier werden vier Personen dabei sein. „Das liegt an der Mandatsverteilung im Stadtrat und den Funktionen dieser Mandatare“, erklärt Ramharter, dass dies keine Bevorzugung der ÖVP sei. Es werden ausschließlich politische Vertreter teilnehmen, Rathausmitarbeiter sind keine dabei. „Wir wollen uns die Sache zuerst von der politischen Seite ansehen“, sagt Ramharter.

Zudem seien wesentliche Verwaltungsmitarbeiter aufgrund der nach wie vor anhaltenden Krankenstände ohnehin nicht verfügbar, und man könne nicht verlangen, dass Beschäftigte im Krankenstand zum Runden Tisch kommen müssen. In einem nächsten Schritt soll dann die Verwaltung an den Tisch geholt werden. Wie viele Mitarbeiter im Krankenstand sind, will Ramharter nicht präzisieren, dem Vernehmen nach handelt es sich um eine einstellige Zahl leitender Mitarbeiter (insgesamt beschäftigt die Stadtgemeinde ca. 100 Personen).

„Der Betrieb des Rathauses ist dadurch nicht beeinträchtigt. Mein Dank gilt all jenen Mitarbeitern, die sich in den vergangenen Wochen engagiert haben, um den Betrieb am Laufen zu halten“, betont Ramharter.