„Too Good To Go“ ist das Motto im Bezirk Tulln. Viele Betriebe stellen bereits ihre Überschüsse nach Betriebsschluss vergünstigt zur Verfügung.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:30)
440_0008_8102629_tul24_07_soogut_maria_bednar.jpg
Marktleiterin Maria Bednar mit dem „Too Good To Go“ Sackerl. „Gerammelt voll sind die verschiedenen Sackerl.“
Urbanitsch, Urbanitsch

Die Hälfte der organischen Abfälle im niederösterreichischen Müll sind laut Restmüllanalyse vermeidbare Lebensmittelabfälle. Das ist nicht nur schade ums Geld - schätzungsweise wandern bis zu 300 Euro jährlich in die Tonne - das ist auch ein Umweltproblem: Denn von der Produktion der Lebensmittel bis zum Konsum ist es ein langer, ressourcenintensiver Weg. Österreichweit landen jährlich rund 760.000 Tonnen Lebensmittel im Abfall, dabei sind die Verluste in Landwirtschaft, Industrie und Großhandel noch gar nicht berücksichtigt.

Dem treten viele Cafés, Restaurants, Hotels, Supermärkte und Produzenten in Niederösterreich entgegen.

„Ich will meinen Schülern einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmittel vermitteln“ Martha Vogl, Lehrerin

„Too Good To Go“, lautet das Motto, das die Verschwendung von Lebensmittel bremsen kann. Die gleichnamige App ist bereits „in aller Munde“.

Schon 230 gastronomische Betriebe und Produzenten in ganz Niederösterreich setzen der Verschwendung von Lebensmitteln ein Ende und stellen ihre Überschüsse zu Betriebsschluss vergünstigt in die Too Good To Go-App. Auch viele Betriebe im Bezirk sind mit dabei, wie zum Beispiel die Bäckereien Hager, Felber und Ariana. „Bei uns kann man sich nach Betriebsschluss ein Sackerl um drei Euro, im Wert von 14 Euro, abholen“, so Fjola Zhaku von der Bäckerei Ariana. Alle Infos zur App mit den teilnehmenden Betrieben finden Sie unter: www.toogoodtogo.at .

Bürgermeister Peter Eisenschenk begrüßt diese Initiative: „Als ökologische Gartenstadt steht in Tulln Umwelt- und Klimaschutz ganz oben auf der Prioritätenliste - dazu zählt das Vermeiden von Lebensmittelverschwendung. Ich freue mich, dass in Tulln ein wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln dazu gehört und die App regen Anklang findet.“

„Das Sackerl ist immer gerammelt voll“

Drei verschieden gefüllte Überraschungssackerl gibt es beim Tullner soogut-Markt, der ebenfalls seine überschüssigen Lebensmittel noch günstiger für alle abgibt. „Wir bieten ein gemischtes vegetarisches Sackerl, eines mit normalen Lebensmitteln und dann noch ein reines Obst- und Gemüse Sackerl, jeweils um 3,99 Euro an“, erklärt Marktleiterin Maria Bednar, „das ist aber dann auch gerammelt voll.“

Ein großes Anliegen ist es Lehrerin Martha Vogl, ihren Schülerinnen und Schülern den „wertschätzenden Umgang mit Lebensmittel“ zu übermitteln: „In den fünften Klassen Gymnasium ist Umweltethik Thema, darunter fällt auch die Lebensmittelverschwendung. Zu Schulbeginn fahr ich mit den Schülern ins Naturhistorische Museum in die Sonderausstellung ‚Ablaufdatum‘ zu diesem so brennenden Thema.“ Diese geht den Ursachen der Lebensmittelverschwendung auf den Grund.

Sonja Kellner vom Roten Kreuz spricht von einer „Lebensmittelverwendung“, die in den Sozialläden und der „Team Österreich Tafel“ zum Tragen kommt, wo Lebensmittelspenden wie Brot, Obst, Gemüse oder andere Nahrungsmittel und fallweise auch Hygieneartikel von Supermärkten, Landwirten und sonstigen Herstellern, von Freiwilligen abgeholt und verteilt werden.

Alle Infos zur Team Österreich Tafel unter 0800 600 600.

Umfrage beendet

  • Habt ihr das Gefühl, dass ihr zu viele Lebensmittel wegwerft?