Hippies gastierten am Wagram. „Es war die Lerche“ erntete bei Premiere in Absdorf viel Applaus.

Von Christa Wallak. Erstellt am 28. Juli 2021 (03:12)
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Leopold Selinger, Lukas Gartler (Kostüme), Anna Maurer (Maske), Frizz Fischer (Musik), Sabine Petzl, Regisseur Michael Scheidl und Reinhard Nowak erhielten nach der gelungenen Premiere von „Es war die Lerche“ kleine Präsente der Marktgemeinde.
Wallak, Wallak

Die dichte Atmosphäre zwischen den Weinkellern, die die Spielstätten der Kellergassencompagnie bisher prägte, fehlte. Aber die Faltingerwiese am Ende der Absberger Kellergasse umgeben von Weingärten und die bequemen Holzbänke statt der engen Tribüne bieten einen perfekten Rahmen für die beiden Produktionen, die auf dem Programm stehen.

Zum neunten Mal gastiert die Kellergassencompagnie unter der künstlerischen Leitung von Luzia Nistler am Wagram, heuer wieder in Absdorf, wo 2012 alles begann.

Vorsichtsmaßnahmen begleiten Aufführungen

Corona hat nicht nur zu einer Spielstätte geführt, die mehr Abstand erlaubt, auch die Wahl der Stücke wurde dadurch beeinflusst, erklärt Nistler: „Zwei komplett getrennte Teams haben ‚Es war die Lerche‘ von Ephraim Kishon und das Musical ‚Non(n)sens‘ von Dan Goggin unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen einstudiert, um unseren Gästen einen unbeschwerten Theaterabend mit hoher Sicherheit zu ermöglichen. Für die beiden Ensembles, die beiden Leading-Teams und das gesamte Organisationsteam war das eine ganz besondere Herausforderung.“

Romeo und Julia leben in den 68er Jahren

Premiere feierte nun mit Schwung, Witz und gelungenen Gesangseinlagen vergangene Woche Ephraim Kishons Parodie „Es war die Lerche“ - Romeo und Julia nach 30 Jahren Ehe, desillusioniert und frustriert.

Regisseur Michael Scheidl verlegte das Stück von Verona des Jahres 1623 ins Jahr 1968 auf den beliebten „Hippie-Strand“ in Teneriffa. „Neben dem witzigen Plot besteht der besondere Reiz dieses Stückes darin, dass es vom freien Geist der 60er und 70er Jahre geprägt ist“, so Scheidl.

Hauptteil des Bühnenbildes ist übrigens ein Campingbus, den die Absdorfer Familie Stöckelmeyer zur Verfügung gestellt hat, die damit halb Europa bereist hat, verrät das Programmheft.

Beeindruckend ist die Wandlungsfähigkeit der Schauspieler. Sabine Petzl stellt die neben ihrer Hauptfigur der Julia Montague-Capulet auch ihre 85-jährige ehemalige Amme und die pubertierende Tochter Lucretia dar. Romeo Montague, alias Reinhard Nowak, schlüpft in eine weitere Rolle als 98-jähriger Franziskaner-Pater Lorenzo. Als untoter William Shakespeare, der die profane Verhunzung seines Jahrtausendliebespaares einfach nicht so hinnehmen kann, ist Leopold Selinger zu sehen.

Das Premierenpublikum, darunter zahlreiche Ehrengäste, spendete lang anhaltenden Applaus.

Auf Tragikomödie folgt Musical „Non(n)sens“

Ab 5. August wechselt die Kellergassencompagnie das Genre und spielt erstmals ein Musical.

„Non(n)sens“ erzählt die Geschichte von fünf Ordensschwestern, die eine Benefizveranstaltung auf die Beine stellen. Sie müssen Geld für die Beerdigung von vier verstorbenen Mitschwestern auftreiben, deren Leben durch eine Fischvergiftung vorzeitig endete.

„‘Non(n)sens‘ vereinigt Tiefe, Humor, Spiel, Tanz und Gesang“, verspricht Nistler, die bei dieser Produktion wieder Regie führt.

Es spielen Caroline Athanasiadis, Nicola Gerbel, Veronika Rivó, Lena Maria Steyer und Karin Seyfried.