Bürgerinitiative fordert: „Wir brauchen die S 34“. St. Pöltner Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für den umstrittenen Bau. Verkehr sei unerträglich.

Von Martin Gruber-Dorninger und Nadja Straubinger. Erstellt am 10. Juni 2021 (05:56)
Sammeln Unterschriften für den Bau der Traisental-Schnellstraße und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs: Irene Luiskandl, Renate Bichler, Renate Oberleitner, Rudolf Bichler, Roberta Steiner, Dominik Grosch, Petra Strasser sowie vorne Kerstin Grosch, Gabriele Vavra und Anton Heinzl.
privat, privat

Die Entscheidung, ob die S 34 gebaut werden darf, ist schon gefallen. Das Bundesverwaltungsgericht gab grünes Licht. Der Bescheid bedeutet keine aufschiebende Wirkung mehr. S 34-Gegner hoffen dennoch auf andere Entscheidungen bei den Höchstgerichten oder einen Meinungsumschwung in der Politik.

Dafür werden derzeit alle Kräfte gegen die S 34 mobilisiert. Das machen nun aber auch die S 34-Befürworter. In Harland hat sich eine überparteiliche Bürgerinitiative gebildet, die auch auf Unterschriftenjagd geht. Darunter Stadträtin Gabriele Vavra und Ex-Nationalrat Anton Heinzl.

„Ich bin für die S 34. In der Früh, wenn ich mit meinen Kindern in die Schule gehe, ist es ein Wahnsinn“, erhofft sich die Harlanderin Birgit Mader eine Entlastung durch die S 34. Diese Hoffnung hegt auch Rosita Lagger. Sie bemerkt vornehmlich Autos mit Lilienfelder Kennzeichen und welche mit PL. „Die zischen von Altmannsdorf herunter und das, obwohl da ein 30er ist“, so Lagger.

Generalverkehrskonzept einstimmig beschlossen

Für die S 34 tritt auch Walter Hobiger ein. Er ist nicht nur SPÖ-Stadtrat und für den Stadtteil Spratzern zuständig, sondern auch St. Pöltens Ortsgruppenobmann des ARBÖ. Für ihn geht eine Entlastung der Hauptverkehrsrouten nur über den Bau der Traisental-Schnellstraße und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

„Das geht alles auf das einstimmig im Gemeinderat beschlossene Generalverkehrskonzept zurück“, erinnert Hobiger daran, dass auch Grüne und ÖVP einst mitgestimmt haben. Das Ziel ist weniger Verkehr in der Innenstadt und an den Nebenverkehrsrouten in den Stadtteilen. „Busspuren und Radwege sowie Lebensachsen auf Josefstraße und Kremser Landstraße können nur sukzessive mit einer Westumfahrung umgesetzt werden“, so Hobiger. Außerdem müssten Elektroautos auch irgendwo fahren.

„Busspuren und Radwege sowie Lebensachsen auf Josefstraße und Kremser Landstraße können nur sukzessive mit einer Westumfahrung umgesetzt werden“

Während die Mühlen der Justiz weiter mahlen, formieren sich S 34-Befürworter und -Gegner. Die Initiative „Stopp S 34“ wird für die nächste Gemeinderatssitzung einen Initiativantrag einbringen. Die dafür benötigten Unterschriften waren rasch gesammelt.

Auf den Bau der S 34 hofft weiterhin Werner Oberleitner: „50.000 St. Pöltner brauchen die S 34. Die Gegner der Autobahn wissen ja gar nicht, was das jeden Morgen für ein Verkehr bei uns ist.“