TC Harland: Drei Doppelsiege retten erhofften Punkt. Der TC Harland sieht gegen Tabellenführer WAC nach den Einzeln wie der klare Verlierer aus. Doch angeführt von Kovalik schlägt die Truppe zurück.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 16. Juni 2021 (01:25)
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Endlich war wieder Jozef Kovalik auf der Anlage des TC Harland zu bestaunen und zog seine gewohnte Show ab. Im Regen des zweiten Satzes setzte er voll auf Serve and Volley, um rasch in die Kabine zu kommen.
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Nach dem erwarteten 0:9-Debakel letzte Woche beim Titelfavoriten Irdning, hofften die Harlander gegen den aktuellen Tabellenführer Wiener Athletik-Sportclub zumindest auf einen Punkt. Mit dem Slowaken Jozef Kovalík, der aus Paris angereist kam, boten sie heuer erstmals ihren Starspieler auf. Dassdie Nummer eins der Wiener in Stuttgart bis ins Halbfinale eingezogen ist und deshalb den Gästen nicht zur Verfügung stehen konnte, änderte für Harlands Obmann Dietmar Sedletzky aber nicht viel. „Das ist schön für ihn, aber Jozef würde gegen ihn sowieso gewinnen, und dahinter ist der WAC in Bestbesetzung bei uns“, hatte er doch gehofft, dass die Wiener, die ja bereits vor dem Harland-Spiel fix fürs obere Play-off qualifiziert waren, vielleicht nicht ganz so stark auflaufen würden. Aber wie schon die Irdninger wollten es die Gäste gegen Harland wieder wirklich wissen.

„Wir benötigen unbedingt zwei Punkte in den Einzeln, um dann vielleicht irgendwie ein Doppel zu gewinnen, damit wir mit einer 3:6-Niederlage doch den so wichtigen Punkt mitnehmen“, verriet Luki Jastraunig, der wie gewohnt auf Sechs auflaufen sollte, den Plan. Dass er gegen Tristan Weissborn den zweiten Punkt, „neben dem sicheren von Jozef“, machen würde, hielt Jastraunig aber für unwahrscheinlich. „Mein Gegner befindet sich in einer Traumform, da bin ich echt Außenseiter“, meinte er und sollte beim 1:6, 3:6 danach auch recht behalten.

Holzinger sieht im Einzel kein Land

Die besten Chancen gab Jastraunig im Vorfeld Paul Holzinger gegen Marko Andrejic. Doch der Kremser in Diensten Harlands hatte beim 3:6, 2:6 nicht seinen besten Tag. Schon früh im Match begann er mit sich zu hadern und fand nie seinen Spielrhythmus. Die zweitbeste Chance sah Jastraunig bei Harlands Nummer zwei Vaclav Safranek. Und wirklich hatte der Tscheche bei seinem heuer ersten Spiel für Harland den besseren Start. Doch am Ende verlor er den ersten Satz im Tiebreak. „Danach wirkte er lustlos“, war Obmann Sedletzky nicht zufrieden.

Dominik Wirlend konnte einen Satz für sich entscheiden, war dann aber wie erwartet doch chancenlos. Und auch Markus Sedletzky machte gegen Lukas Krainer keinen Stich. „Das war die erwartete Lehrstunde, Krainer ist einfach stark“, meinte der Spielervater.

Auffällig war, dass es auch diesmal wieder eine Regenunterbrechung gab, und das Harlander Helferteam Unsagbares schaffte, um den Gang in die Halle zu vermeiden. Doch in den fortgesetzten Einzeln waren es die Gästespieler, welche viel besser in die Matches zurückfanden. Nach den Einzeln stand es jedenfalls 1:5. Und der WAC war auch in den Doppeln klar zu favorisieren.

„Jozef hat schon ewig kein Doppel mehr gespielt und auch sonst wüsste ich nicht, wie wir das noch schaffen“, meinte Don Didi alles andere als optimistisch. Nach den Doppeln klang es aber dann bei ihm doch ganz anders: „Wir haben einfach fantastisch aufgestellt, ein Doppel mehr und wir drehen die Partie“, lachte er nach der 4:5-Niederlage. Alle drei Doppel waren sensationell an Harland gegangen!

Kovalik, der schon in seinem Einzel mit vehementem Serve-and-Volley-Spiel gegen den Russen Bogdan Bobrov überzeugt hatte, weil er unbedingt vor der Regenpause fertig werden wollte — im letzten Game goss es bereits in Strömen — machte auch im Doppel mit Wirlend an seiner Seite gegen Hampel/Andrejic kurzen Prozess. Zumindest schien es zunächst so. Doch bei 6:4, 3:0-Führung kam plötzlich Sand ins Getriebe. Harlands Einserdoppel musste ins Match-Tiebreak. Da drehten die Heimischen aber wieder auf und siegten klar mit 10:3.

Ein Doppelsieg mehr als für den Punkt nötig

Aber Harland benötigte zwei Doppelsiege. Geworden sind drei! „Alle drei überraschenden Aufstellungsvarianten verfehlten ihre Wirkung nicht“, freute sich Sedletzky. Die Zuschauer sahen hochklassige Partien. Das enge Zweier gewinnt Markus Sedletzky mit Peter Goldsteiner gegen den italienischen Doppelspezialisten Luca Margaroli (ATP-Doppel-Weltrangliste Nr. 141) und Bobrov sensationell 7:6, 6:4 und auch das Dreier mit Safranek/Jastraunig siegt gegen Weissborn/Krainer 6:4, 6:4.

Nächsten Samstag steht die Auswärtspartie gegen den UTC Radstadt am Programm. Dabei ist vom Einzug ins Final Four bei einem Sieg bis zum Spiel um den Abstieg noch alles möglich. „Wir werden sicher eine starke Mannschaft entsenden, weil dies ist die wichtigste Partie des Jahres“, weiß Dietmar Sedletzky.

Noch liegt Radstadt vor den Harlandern, weil die Salzburger gegen Irdning mit der 3:6-Niederlage einen Punkt gemacht haben. „Gegen uns waren Jürgen Melzer und Pascal Brunner nur in den Doppelpartien im Einsatz, gegen Radstadt spielte Melzer auf Vier“, bedauert der Harlander Klubboss, dass ausgerechnet gegen seinen kleinen Klub immer alle Asse von den Titelfavoriten aufgeboten werden. „Aber irgendwie ist es auch schön, weil es zeigt, dass sie vor uns schon Respekt haben“, sieht Sedletzky das Positive. Dass sie sich diesen verdient haben, zeigten die Harlander zumindest in den Doppelpartien gegen den WAC.