Gold mit viel Emotion für Beate Schrott. Zwanzigster Staatsmeistertitel für Beate Schrott war auch ihr letzter. Lena Pressler verteidigt Titel.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 30. Juni 2021 (01:00)
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Ein letztes Mal am obersten Stockerl bei Staatsmeisterschaften: Beate Schrott.
zVg

Die Staatsmeisterschaften im Stadion Graz-Eggenberg hatten für die Union St. Pölten aus zwei Gründen eine ganz besondere Bedeutung: Einerseits nahm mit Beate Schrott eine der größten österreichischen Leichtathletinnen der letzten Jahrzehnte ihren Abschied von den nationalen Titelkämpfen, andererseits konnte der erst 17-jährige Kilian Moser seinen ersten Staatsmeistertitel feiern.

Abschied mit Stil. Für Schrott waren die Titelkämpfe über ihre Spezialdisziplin, die 100-m-Hürden, auch die letzte Möglichkeit, sich für ein Olympiaticket für Tokio zu qualifizieren. Mit 13,04 Sekunden im Vorlauf und dem klaren Sieg in starken 13,06 Sekunden im Finale schaffte Schrott zwar nicht das internationale Qualifikationslimit, es bleibt jedoch die Hoffnung, Anfang Juli, nach Bereinigung der Weltrangliste, doch noch einen Quotenplatz für Tokio zu ergattern.

Mit ihrem insgesamt zwanzigsten nationalen Titel schaffte Schrott jedenfalls einen absolut würdigen Abtritt von der nationalen Leichtathletik-Bühne.

„Ich wäre heute sehr gerne noch einmal unter 13 Sekunden gelaufen, aber ich war zweimal ganz knapp dran, viel besser hätte es also nicht sein können. Jetzt heißt es bei den Balkan-Meisterschaften noch einmal voll reinhalten und Vollgas geben“, war Schrott mit ihren Läufen sehr zufrieden.

Die 100-m-Hürden waren extra für Schrott vom ÖLV bereits auf Donnerstag vorverlegt worden, damit sie auch noch den Start im serbischen Smederevo bei besagten Balkan-Meisterschaften zwei Tage später am Samstag noch wahrnehmen konnte. Dort holte die 32-jährige St. Pöltnerin dann in 13,07 Sekunden den zweiten Platz hinter der Griechin Pesiridou und damit noch einmal wichtige Punkte für das Olympiaranking.

Erstes Ausrufezeichen. Für einen Sensationstitelgewinn sorgte der erst 17-jährige Gymnasiast Kilian Moser im Hammerwurf der Männer. Moser, der heuer bereits den U-23-Titel geholt hatte, schleuderte den 7-Kilogramm-Hammer auf die neue österreichische Jahresbestleistung von 51,76 Metern und siegte vor dem Amstettner Evergreen Michael Hofer, der fast dreimal so alt wie St. Pöltens Youngster ist. Den Premierentitel seines Schützlings konnte Trainervater Klaus Moser hautnah miterleben, denn er belegte hinter dem Sechstplatzieren Union-Werfer Marvin Klammer auch noch den siebenten Rang.

St. Veiterin holt ihren Titel ab. Für den dritten Staatsmeistertitel der Union St. Pölten sorgte an diesem Wochenende „Titelsammlerin“ Lena Pressler über 400-m-Hürden. In einem starken Rennen konnte die St. Veiterin die neue steirische Rekordhalterin Viktoria Willhuber in Schach halten. Mit starken 58,92 Sekunden bestätigte Pressler heuer zum wiederholten Male ihr Limit für die U-23-EM im Juli.

Dadic weiter in Not. Nicht ganz nach Wunsch verlief es für Österreichs Parademehrkämpferin Ivona Dadic knapp fünf Wochen vor Beginn des olympischen Siebenkampfes in Tokio. Dadic, die noch immer mit einer leichten Verletzung zu kämpfen hat, setzte im Weitsprung bei stark wechselnden Windbedingungen 6,10 Meter in den Sand und holte damit die Silbermedaille. Mit ihrem vierten Platz und 1,74 Metern im Hochsprung, sowie mit einem mäßigen 200-m-Sprint und 13,87 Sekunden über 100 Meter Hürden konnte die Hallen-Vizeweltmeisterin hingegen nicht recht zufrieden sein.

„Aufgrund meiner kleinere Wehwechen dieses Frühjahr bin ich noch nicht wirklich dort, wo ich gerne schon wäre. Jetzt heißt es im Hinblick auf Olympia in den nächsten Wochen richtig Gas geben, damit ich dort dann in Top-Form bin“, bleibt die große österreichische Olympiahoffnung dennoch positiv.

Zwei Silberne für Lindner. Sprinterin und U-23-Rekordhalterin Magdalena Lindner musste sich in Graz beim Saisonhöhepunkt zweimal ihrer Dauerkonkurrentin Ina Huemer aus Oberösterreich geschlagen geben. 11,57 Sekunden über 100 Meter und 24,29 Sekunden reichten für die Kremserin in Diensten der Union St. Pölten zweimal zur Silbermedaille und machen Hoffnung auf die bevorstehende U-23-Europameisterschaft in Tallinn.

Am Ende der Staatsmeisterschaften führten Lindner und Pressler dann noch eine junge St. Pöltner Sprintstaffel in starken 47,83 Sekunden auf den vierten Endrang. Hier durften mit Moyo Bardi eine U-18- und Alma Leder eine U-16-Sprinterin ihre Staffelpremiere feiern.