Sportler der Region Purkersdorf turnten zum Sieg. Tullnerbachs Kunstturn-Asse Marie und Martin Wolf sind die NÖN-Sportler des Jahres. Beide trainieren im LLSZ St. Pölten.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 04. März 2021 (10:34)
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Marie und Martin Wolf sind die Sieger unserer NÖN-Sportlerwahl 2020 in der Region Purkersdorf. Sie sind zwar beide Kunstturner, die unter einem Dach in Tullnerbach wohnen, aber in Sachen Ernährung Grundverschieden. Weshalb Marie neuerdings für sich alleine kocht. „Ich brauche Kohlehydrate, wohingegen Martin zum Muskelaufbau ein Steak nach dem anderen verdrückt“, erzählt sie.
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Die Sieger der NÖN-Sportlerwahl 2020 in der Region Purkersdorf stehen fest: Während sich bei den Damen Marie Wolf mit 8.885 Stimmen nur knapp vor der in den US-Studierenden Tennisspielerin Tamara Teufl durchsetzen konnte, hatte es ihr Bruder Martin leichter. Ihm reichten 2.530 Stimmen, um die Ambitionen von Nachwuchsskispringer Theo Danner und dessen Anhang von den Stadtadlern in Schach zu halten. Gemeinsam sind ihnen Freude undStolzüberdieAuszeichnung.

Marie Wolf war überglücklich, denn nominiert war die 16-Jährige schon mehrmals, und auch viele Stimmen sind jedes Mal für sie eingegangen, doch erst jetzt reichte es zum Sieg: „Aber ich habe bis zum Schluss gezittert“, strahlte die Tullnerbacherin im NÖN-Gespräch, „denn ich lag fast bis zum Schluss mit Tamara fast gleichauf“.

Wer aller abgestimmt hat? „Freunde, Familie, aber auch viele vom Sportleistungszentrum in St. Pölten. Wobei wir sehr viel zu tun hatten, weil in allen möglichen NÖN-Ausgaben Sportler von uns nominiert waren“, lacht Marie, die natürlich auch selbst gevotet hat, ebenso wie Freund und AKA-U-18-Mittelfeldregisseur Jan Kirchmayer. „Er spannte auch seine Teamkollegen ein, die sich mächtig für mich ins Zeug geworfen haben“, bedankt sie sich besonders bei den Kickern.

Marie holte sich den Landesmeistertitel

Maries Erfolg ist hochverdient, auch wenn im Vorjahr wegen Corona Wettkampfauftritte selten waren. Den Landesmeistertitel hat sie aber erstmals nach langer Zeit wieder nach St. Pölten zurückgeholt. Und vor allem ein Gerät ist Wolf, die auch eine tolle Leichtathletin ist, und im Weit- und Hochsprung sowie Sprint zu den Toptalenten der Union St. Pölten zählt, auf den Leib geschneidert. „Beim Sprung ist Marie schon fast gleichauf mit der Staatsmeisterin, kann sie an einem guten Tag auch schlagen“, ist ihre Trainerin Sissy Lahota überzeugt.

Zwei Jahre kann Marie noch die Vorzüge des LLSZ St. Pölten genießen, dann hat die BORGL-Schülerin Matura. Ihr Ziel wäre danach ein Collegeaufenthalt in den USA — insofern eine Parallele zur Zweiten unserer Sportlerwahl. Tamara Teufl hat sich diesen Traum bereits erfüllt.

Für Maries Bruder Martin hat die Akademiezeit erst begonnen. Der 15-Jährige trainiert zwar schon seit seinem sechsten Lebensjahr in St. Pölten, doch im BORG-Leistungssport ist er erst seit Herbst. „Zu Beginn war es schwierig, weil ich genau zu der Zeit einen Wachstumsschub hatte und im Training dadurch gar nichts weiterging“, erzählt der Youngster. Aber umso dramatischer war die Entwicklung jetzt in den Wintermonaten. „Ich habe Flugelemente erlernt, von denen ich vor wenigen Monaten nicht einmal zu träumen wagte“, ist Martin von seinem Trainerteam, allen voran SLZ-Cheftrainer Guido Zelaya begeistert. Im Herbst waren noch die Ringe sein Paradegerät, doch nun liebt er „alles, bei dem man durch die Luft fliegt“. Mit dem Doppelsalto vorwärts, rückwärts und einer Doppelschraube vorwärts hat Wolf vor allem einige hochwertige Elemente am Boden in der Kür.

Zelaya sieht Wolfs Zukunft im Juniorennationalteam: „Mit einem Tsukahara gestreckt mit ganzer Schraube ist er in puncto Technik voll dabei“, nennt er seinen Meisterschüler nur mehr „Flughund“. Der neue Nationalteamtrainer Kieran Behlan hat Martin bereits beobachtet, die Aufnahme im Teamkader scheint nur noch Formsache zu sein.