Jessica Pilz springt ins kalte Wasser. Wo steht die Mostviertlerin Jessica Pilz nach ihrer Fingerverletzung? Olympia als „Wundertüte“.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 04. August 2021 (03:27)
Jessica Pilz kam nicht über Rang 58 hinaus
Jessica Pilz
APA

Eine Kletterin muss ins kalte Wasser springen. Auf Jessica Pilz wartet bei den Spielen in Tokio eine sportliche „Wundertüte“. Die Ringbandverletzung am Finger ist zwar ausgeheilt. Wo sie steht, weiß die Mostviertlerin aber nicht. Was fehlt: der internationale Vergleich im Vorstieg, der letzte Schliff im Training.

Kein Wunder, schließlich konnte Pilz während der sechswöchigen Reha den Finger kaum belasten. „Jetzt geht wieder alles, ich kann voll angreifen und hoffe, eine gute Leistung abzurufen“, erklärt die 24-Jährige. Ohne Druck werde sie versuchen, ihr Ziel mit dem Finale der Top 8 in der Kombination zu erreichen. Die Qualifikation ist für Mittwochvormittag angesetzt, los geht‘s mit dem Speedklettern um elf Uhr.

An der olympischen Kletterwand fühlt sich Pilz wohl: „Dem Finger geht’s wieder richtig gut“, schmunzelt die Niederösterreicherin. „Die Vorbereitung war sicher nicht ideal. Aber zuletzt gab‘s im Training nur ganz wenige Dinge, die ich nicht machen konnte. Im Wettkampf sollte das aber kein Problem sein.“

In ihrer Hauptdisziplin Lead (Vorstieg) kann die Weltmeisterin von 2018 in Innsbruck, wo sie auch Kombi-Bronze errungen hat, ihre Leistungsfähigkeit nicht einschätzen. Die Aufgabe wird sie aber mit großer Vorfreude in Angriff nehmen. „Ich bin positiv überrascht von der Kletterwand, die Neigungen sind sehr gut. Auch die Boulderwand ist nicht ganz so flach, es hat sich gut angefühlt“, schildert Pilz. Auf die Konkurrenz schaut sie nicht. „Es ist sehr wichtig, sich auf sich selbst zu konzentrieren, auf die eigene Leistung, damit man das Beste abruft.“

Ein wenig blickt Pilz schon nach vorne – auf Olympia 2024. Dann fällt das ungeliebte Speedklettern aus der Kombination hinaus. Was der Athletin vom ÖAV Haag entgegenkommt.