Schritt zuviel fürs Finale. St. Veits Lena Pressler erreicht bei der U-23-EM in Tallinn ihr Ziel und läuft über 400-m-Hürden ins Semifinale. In dem passt vor der neunten Hürde der Rhythmus nicht ganz.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 14. Juli 2021 (01:23)
Lena Pressler
Lena Pressler zeigte auch bei ihrer ersten U-23-EM als Jahrgangsjüngste Steherqualitäten auf der Stadionrunde mit Hürden.
ÖLV, Coen Schilderman

Bei der U-23-EM letzte Woche in Tallinn (Estland) fanden sich im 15-köpfigen Aufgebot des Österreichischen Leichtathletikverbands mit Lena Pressler (St. Veit) und Magdalena Lindner (Krems) auch zwei Athletinnen der Union St. Pölten in der Europaspitze wieder.

Gleich am Abend des ersten Wettkampftags (Donnestag) kam Pressler zu ihrem ersten großen Auftritt. Nach der Verschiebung ihres Laufs wegen einem starken Gewitter, schaffte die 20-Jährige über 400-m-Hürden als Fünfte ihres Vorlaufs über die Zeitregel die Qualifikation fürs Semifinale. Mit 59,03 Sekunden blieb Pressler zwar eine halbe Sekunde über ihrer Bestleistung, was sie jedoch der ungünstigen Bahn zuschrieb.

„Bahn acht ist halt nicht einfach, da habe ich mich nur auf meinen Rhythmus konzentriert“, war sie nur mit der Zeit nicht ganz zufrieden. „Da ist sicher noch mehr möglich, weil ich ja heuer schon schneller gelaufen bin.“

Im Semifinale zeigte die Serienstaatsmeisterin dann noch einmal, was in ihr steckt. In einem sehr schnellen, aber nicht perfekten Lauf, kam Pressler mit der drittschnellsten Zeit ihrer Karriere (58,65) bis auf acht Hundertstel an ihre Bestleistung heran. Ein Rhythmusfehler bei der neunten Hürde, als sie einen Schritt zu viel machte, kostete ihr aber einiges an Zeit. Trotzdem kann sich das Endergebnis für die U-18-Bronzemedaillengewinnerin von 2018 sehen lassen — Rang 17 bei ihrer ersten U-23-EM als eine der jüngsten Starterinnen im Feld und dazu eine Steigerung von fünf Positionen gegenüber der Entry-List.

„Schön, dass ich so eine Zeit gelaufen bin. Wenn ich bei der neunten Hürde durchgezogen hätte, wäre aber noch mehr drinnen gewesen. In Summe hat die EM dennoch gut gepasst!“

Lindner Achtschnellste und doch nur Neunte

Sprinterin Lindner konnte sich ihr erstes Ziel, den Einzug ins Semifinale über 100 Meter, erfüllen. Und in diesem konnte sie sogar nochmals nachlegen und ihre Zeit steigern. In ihrem Lauf, der von den Saisonleistungen her extrem stark besetzt war, reichte es trotz starken 11,41 Sekunden aber nur zu Rang fünf. Insgesamt war das zwar die achtschnellste Zeit aller Semifinalistinnen, der Modus (Top-2 je Lauf plus die weiteren 2 Zeitschnellsten) verhinderte aber die Qualifikation fürs Finale. So bleibt der neunte Endrang für die schnellste Österreicherin.

Lindner hatte am Sonntag noch einen Einsatz in der 4x100-m-Staffel der Frauen. Nach 45,48 Sekunden kamen die vier Österreichrinnen als Siebente ihres Laufs ins Ziel, Rang 14 gesamt.