EURAM Bank Open: Waterloo der Favoriten im Adamstal. Stars straucheln in Sintflut. Außenseiter stürmt im GC Adamstal zum 34.000 Euro-Siegerscheck.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 21. Juli 2021 (01:38)
EURAM Bank Open
Tief hingen die Wolken am Wochenende über dem GC Adamstal während der diesjährigen EURAM Bank Open. Am besten kam damit der Waliser Stuart Manley zurecht. Es gratulierten Ramsaus Bürgermeisterin Gertraud Steinacher, ÖGV-Vorstand Franz Witt-Döring, EURAM-Bank-Chef Manfred Huber, die Gastgeber Rolanda und Franz Wittmann sowie Turnierdirektor Frederico Paez-Wienbaum mit drei Hostessen in fescher Tracht.
Martin Gröbner

Dass es nicht die Woche der Favoriten werden würde, ließ sich bereits nach dem ersten Spieltag am Adamstaler Champions-Court erahnen. Mit dem Spanier Mario Beltran und dem Engländer Jack Floydd lagen zwei Spieler mit jeweils 7 unter Par an der Spitze, die keiner auf der Rechnung hatte. Mit einem Schlag mehr folgten der Finne Matias Honkala und der Deutsche Moritz Lampert. Die Leistungsdichte komplett machten acht Spieler mit 5 unter Par, darunter Topfavorit Santiago Tarrio. Der Spanier hat heuer schon zwei Turniere auf der European Challenge Tour, zu der die EURAM Bank Open zählen, gewonnen. Der Spanier war aber der einzige im Spitzenfeld nach dem Donnerstag, dem man im Vorfeld Siegchancen gegeben hatte.

Unter den 156 Akteuren aus 32 Nationen waren bei diesem mit 190.000 Euro dotierten Turnier auch 15 Österreicher im Einsatz. Daraus wurden nach dem Freitag aber rasch fünf, der Rest verpasste den Cut. Die Spitze hatte bei noch freundlichen Wetterbedingungen der Finne Honkola vor weiterhin Floydd und dem Australier Black Windred übernommen. Doch am Samstag änderte sich alles!

Gewitterstürme zogen zwei Tage über den Platz

„Nachdem die ersten beiden Turniertage noch reibungslos über die Bühne gegangen waren, kämpften wir dann alle gemeinsam zwei Tage gegen Starkregen und heftige Gewitterfronten an. Einerseits hat die Natur durch die lange Trockenheit Wasser gebraucht, für uns wäre dies zwei Tage später aber besser gewesen“, beschrieb Hausherr Franz Wittmann die Situation.

Aufgrund der Wassermaßen sowie Blitzschlag musste der Beginn des dritten Tages mehrmals verschoben werden. Erst um 14 Uhr ging es in Dreier-Flights los. Die „scharfen“ Greens hatten an Härte verloren und wurden deutlich leichter zu spielen. An den Fairways gab es zwar sumpfige Stellen, die Birdies wurden trotzdem mehr.

Am besten zurecht fand sich am Samstag der Schwede Tim Widing, der sich am 13 Loch ein Gesamtscore von –15 erspielt hatte, was zu diesem Zeitpunkt die Führung bedeutete. Durch den späten Start wurde es für alle aber zu einem sehr langen Tag. Zu lange, wie sich zeigte. Die Dunkelheit führte zu einem Stopp, 21 Spieler konnten die dritte Runde nicht beenden. Die sieben ausstehenden Flights sollten am Sonntag beendet werden. Auf Winding warteten nach dem Abbruch noch fünf Holes. Auf Platz Zwei lag der Waliser Stuart Manley mit -14, er hatte noch vier Löcher nachzuspielen, Dritter war Honkola (-13 bei sechs fehlenden Holes).

Disqualifikation Widings öffnet Manley die Tür

Die Turnierleitung gab die Order aus, sich ab 7.30 Uhr an jenem Hole einzufinden, an dem es zum Abbruch gekommen war. Für die Profis eine Herausforderung. 80 Spieler waren etwa im Hotel Lengbachhof in Eichgraben einquartiert, fast 45 Fahrminuten von der Ramsau entfernt. Und so schaffte es der Führende nicht zeitgerecht zurück. Bei fünf Minuten Verspätung wäre er mit zwei Strafschläge davongekommen, es wurde aber noch später und Widing entsprechend den Regeln disqualifiziert. „Eine harte Entscheidung für den Schweden, derdementsprechendenttäuscht war“, fühlte Wittman mit.

Alle übrigen Spieler starteten aber zeitgerecht die restlichen Löcher der dritten Runde und dann auch in die vierte Runde. Die Regenfälle wurden souverän „gemanagt“, sodass sich an der Spitze ein sehenswerter Kampf zwischen Manley, dem Schotten Ewan Ferguson, dem Südafrikaner Oliver Bekker und dem Finnen Honkola entwickeln konnte. Die Entscheidung fiel mit dem letzten Putt am letzten Loch, den Manley zum Birdie versenkte. Als Ferguson danach das erforderliche Eagle nicht mehr schaffen konnte, stand der Waliser als Sieger fest. Wie Manley schloss auch der Schotte mit einem Birdie die Runde ab. Manley gewann mit -18, vor Ferguson –17 sowie Bekker und Honkola (je -16).

Die Leistungen der österreichischen Pros bei diesem Challenge-Event der European Tour waren durchwachsen: „Dass aber gleich zwei Amateure den Cut geschafft haben, war aber erfreulich für den heimischen Nachwuchs“, befand ÖGV-Vorstand Franz Witt-Döring. Einer davon, der 21-jährige Maximilian Steinlechner aus Tirol, wurde mit 10 unter Par sogar bester Österreicher — Rang 18!

Zufrieden zeigte sich auch Manfred Huber, Vorstandsvorsitzender der EURAM-Bank, die wieder Hauptsponsor und Namensgeber war und die Unterstützung auch schon fürs Turnier im nächsten Jahr versprach.