Skateboard-Premiere bei Olympia mit Gerasdorferin. Julia Brückler verpasste bei der erstmaligen Austragung ihrer Sportart den Einzug ins Finale, bleibt aber motiviert.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 28. Juli 2021 (00:52)
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Nicht die Balance verlieren: Julia Brückler konnte in Tokio zwar ihr Können zeigen, den anvisierten Finalplatz konnte die 31-Jährige aber nicht ergattern. Jetzt heißt ihr neues Ziel Paris 2024.
APA/Georg Hochmuth

Neben Sportmediziner Joachim Westermayer und Tischtennis-Ersatzspielerin Karoline Mischek (siehe Storys unten rechts) war eine Sportlerin, die ursprünglich aus dem Bezirk Kor neuburg stammt, dann tatsächlich Teilnehmerin für Österreich bei den Olympischen Spielen in Tokio: Skateboarderin Julia Brückler aus Gerasdorf.

Für die 31-jährige Brückler, den rot-weiß-roten Beitrag bei der olympischen Skateboard-Premiere in der japanischen Hauptstadt, war der Vorkampf in der Disziplin Street Montagfrüh gleichzeitig auch Endstation. Die Weinviertlerin erzielte mit ihren beiden Läufen und den Einzeltricks insgesamt 5,10 Punkte und lag damit am Ende auf Platz 18 von 20 Teilnehmerinnen. Nur die besten acht Skaterinnen waren im um 5.25 Uhr gestar teten Finale wieder am Start. Dort setzte sich dann die Jugend durch: Die 13-jährige Momiji Nishiya aus Japan gewann vor der gleichaltrigen Rayssa Leal (Brasilien) und der 16-jährige Qualifikationssiegerin Funa Nakayama (ebenfalls Japan).

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Eine starke Frau mit einem starken Board: Julia Brückler aus Gerasdorf war bei der Olympiapremiere im Skateboarden dabei.
APA/Georg Hochmuth

„Du musst deine Tricks schaffen, um ins Finale zu kommen, und ich habe nicht alles gestanden, was ich mir vorgenommen hätte“, sagte Brückler danach im ORF-Gespräch. „Aber das Leben geht weiter, man schafft nicht immer, was man sich vornimmt. Es geht leider nur mehr um die Rails, ich finde es zwar fad, aber man muss sich damit arrangieren. Ich werde es in drei Jahren auf alle Fälle versuchen“, meinte die 31-Jährige und blickt schon in Richtung Paris 2024.

Brücklers Reise zu den Olympischen Spielen ist allerdings schon aller Ehren wert und der Lohn für die jahrelange harte Arbeit, die im beschaulichen Gerasdorf begann und dann quer über den ganzen Globus führte – konkret von Texas über Los Angeles nach Tokio. Den Umweg über die USA hatte die gebürtige Geras dorferin aber schon vor fast drei Jahren gewählt, findet sie doch dort normalerweise sehr gute Trainingsbedingungen in der neuen Olympiasportart vor. Corona machte alles schwieriger, trotzdem klappte es mit dem Japan-Ticket.

In fünf Trainingssessions hatte Brückler vor Ort dann Zeit, sich ihre Tricks zurechtzulegen, so viele Möglichkeiten zum Testen gibt es üblicherweise bei den Contests nicht. „Hier kannst du es am Beginn ein bisserl gemütlicher angehen, einfach Spaß am Skateboard haben. Dann bekommst du eine Idee, was du machst und übst genau das“, erklärte die Europa meisterin von 2018. Der größe der betonierten Skateparks überraschte sie, an Hindernissen wie Rails, Stairs, Hubbas und Quarterpipes gilt es, Tricks zu zeigen.

Das Anlagendesign im Ariake Urban Sports Park trifft nicht unbedingt Brücklers Geschmack: Die Parks seien oft sehr gleich aufgebaut, das lasse weniger freies Gestalten zu. „Ich mag es, wenn man frei und ohne Vorgaben seine Kreativität ausleben kann.“ Doch das tue jetzt nichts zur Sache, sie nehme es, wie es komme. „Es ist eine der Herausforderungen, dass man sich mit dem Park arrangiert, auch wenn er einem nicht hundertprozentig entspricht, das ist okay so. Für jeden gibt es den einen perfekten Park. Jeder mag was anderes.“

Drei Boards mit der gleichen Form hat sie im Gepäck, für Olympia wurde da nichts extra gemacht. „Ich nehme das Board, das ich immer nehme, kein spezielles. Es gibt

verschiedene Breiten, Längen und Shapes, jeder hat seine Vorlieben.“ In der Qualifikation sind zwei Läufe zu je 45 Sekunden zu absolvieren, der bessere zählt. Im Finale sind es dann zwei Läufe plus fünf Versuche für Einzeltricks, die insgesamt vier besten Scores zählen. Dies nennt sich 2/5/4-Format.