Ein EM-Finale überragte alles. Zwei Athleten des ATSV OMV Auersthal und einer des ULC Weinland überzeugten bei der Unter-20-EM in Tallin.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:10)

Mit einem Großaufgebot von 19 Athleten war der österreichische Leichtathletikverband in der Vorwoche bei der Unter-20- Europameisterschaft im estnischen Tallin im Einsatz. Mittendrin statt nur dabei waren drei Weinviertler Athleten, die bei überraschend hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad im Baltikum durchaus ihre Duftmarken setzten.

Jordan Lindinger-Asamoah (ATSV OMV Auersthal/Dreisprung)

Bereits in der Qualifikation glänzte der 17-Jährige, denn dort packte der Niederösterreicher seinen besten Sprung des Jahres aus: Gleich im ersten Versuch ging es auf tolle 15,35 Meter, was 18 Zentimeter mehr war als seine bisherige persönliche Bestleistung. Damit stieg er als Achter in das Finale der zwölf besten Springer auf.

Dort wollte er sich noch einmal steigern, was aber nicht mehr gelingen sollte: Den ersten Versuch brach er ab, da es ihn nach dem Absprung verdreht hatte, der zweite war dann knapp übertreten. Auch im dritten Sprung gelang der Anlauf nicht richtig, Lindinger-Asa moah sprang fast 40 cm vor dem Plastilin ab und so kamen nur 14,59 m in die Wertung. Das ergab für ihn Rang zwölf im Finale, was man in Anbetracht seines 21. Platzes in der Meldeliste als Erfolg werten kann.

„Es war schade, dass die ersten beiden Versuche nicht funktioniert haben und ich alles auf den letzten setzen musste. Das hat dann zwar auch nicht geklappt, aber ich werde weiter hart an mir arbeiten. Dennoch war diese EM ein absoluter Erfolg“, analysierte Lindinger-Asamoah.

Andreas Wolf (ULC Weinland/ 400 Meter Hürden)

Der Wolkersdorfer wurde im Frühjahr lange von einer Verletzung behindert, was auch einen sehr späten Einstieg in die Wettkampf-Saison bedeutete. Er startete im Vorlauf im 400-Meter-Hürden-Bewerb auf der Innenbahn sehr aggressiv ins Rennen, eventuell sogar etwas zu schnell, denn schon bei der zweiten Hürde war er zu nahe dran und musste deshalb Tempo raus nehmen. Auch bei der fünften Hürde gab es für den Weinviertler ein ähnliches Problem, er gab aber nicht auf und kam gegen Ende des Rennens noch einmal stark auf.

Mit 53,50 Sekunden kam der 19-Jährige trotz aller Probleme bis auf sieben Hundertstel an seine persönliche Bestzeit heran und erreichte somit insgesamt Rang 19. Gegenüber der Entry-Position 27 eine deutliche Steigerung, und auch das Semifinale war in Reichweite – eine Zeit von 53,21s hätte dafür gereicht.

Wolf war danach zufrieden: „Es war erst mein zweites Saisonrennen, dafür bin ich ganz zufrieden. Ich bin den 14er-Rhythmus weiter gelaufen als geplant, kann daraus viel lernen und viel mitnehmen.“

Lionel-Afan Strasser (ATSV OMV Auersthal/Hochsprung)

Strasser hatte heuer seine Bestleistung schon mehrfach verbessert, dies gelang ihm am vergangenen Donnerstag in der Hochsprung-Qualifikation nicht mehr. Nach der klar und souverän übersprungenen Einstiegshöhe von 2,00 Metern gab es bei 2,05 m zwar einen Fehlversuch, die folgenden 2,10 m übersprang der Niederösterreicher aber gleich wieder auf Anhieb. Die anschließende Höhe von 2,13 m, nur ein Zentimeter weniger als seine persönliche Bestleistung, war aber knapp zu viel für den 18-Jährigen – schade, hätte sie, im zweiten Versuch übersprungen, doch für den Finaleinzug gereicht. So blieb Strasser der respektable Rang 16 und eine Steigerung um drei Positionen gegenüber der Entry-List.