Timi: „Ohne Hilfen hätte ich es nicht geschafft“. Shpetim Bujupi feiert mit seinem Rannersdorfer Lokal das fünfjährige Jubiläum. Trotz Pandemie ist er optimistisch.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 19. Juni 2021 (04:39)
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Shpetim „Timi“ Bujupi lebt für die Gastronomie und hat nach Jahren in wien im „Kastaniengarten“ in Rannersdorf sein (berufliches) Glück gefunden.
Burggraf, Burggraf

Noch läuft ein „Softopening“ im Rannersdorfer Kastaniengarten. Zwischen 15 und 17 Uhr ist das Lokal in der Brauhausstraße geschlossen, Gäste kommen gerade in dieser Zeit kaum. Generell würde sich Shpetim Bujupi, der liebevoll „Timi“ gerufen wird, mehr Betrieb wünschen. „Es sind schon deutlich weniger Gäste. Es wird dauern, bis die Leute lernen, ihren Gasthaus-Besuch zu planen“, verweist der Gastronom auf die geltende „3G-Regel“.

Aus seiner Sicht kann nur die flächendeckende Durchimpfung zur Normalität zurückführen. Bis dahin werde es noch dauern, seinem Charakter entsprechend bleibt Bujupi allerdings optimistisch. Das war auch in den vergangenen Monaten während der Zwangspause so, auch wenn Zukunftsängste durchaus vorhanden waren und teils noch sind.

Bujupi gibt zudem unumwunden zu: „Ohne die staatlichen Corona-Hilfen der Bundesregierung hätte ich es nicht geschafft“. Mindestens genauso wichtig war aber die Hilfe seiner Vermieterin, die sich laut dem Gastronomen „sehr kulant“ zeigte. „Und natürlich die Unterstützung meiner Frau, die gesagt hat, ich soll mich auf das Geschäft konzentrieren und sie trägt alle privaten Haushaltsausgaben“, erzählt der Kastaniengarten-Chef.

Kleines Jazz-Fest für Stammgäste

Der gebürtige Kosova-Albaner kam bereits 1989 nach Wien und entdeckte hier seine Liebe zur Gastronomie. Nach mehreren Stationen in der Bundeshauptstadt, darunter als Pächter der Staatsopern-Kantine, verschlug es ihn vor fünf Jahren nach Rannersdorf.

Damals habe er gerade nach einer neuen Herausforderung gesucht und stieß dank einer Freundin seiner Frau auf den ehemaligen „Wallhof-Wirt“. Das Lokal habe ihm sofort gefallen, auch wenn er Rannersdorf damals nicht einmal gekannt habe. Vor allem der große Veranstaltungssaal und natürlich der Vorgarten mitsamt der vier – namensgebenden – Kastanienbäumen hatten es ihm angetan.

Speisekarte ist oft nur ein Anhaltspunkt

Bujupu lebt für die Gastronomie. „Ich bin immer da. Die Gäste haben immer den Chef als Ansprechpartner“, unterstreicht er. Zudem ist der 55-Jährige der Küchenchef – „ich koche gerne“, sagt er. Und er ist flexibel, die Speisekarte ist oft nur ein Anhaltspunkt, will der Gast eine Abwandlung, ist Bujupi zur Stelle. „Ich gehe auf sie ein, mehr als die Hälfte meiner Gäste bestellen direkt bei mir“, lacht er. Rund 80 bis 90 Prozent sind zudem Stammgäste, vor allem aus Wien.

Für sie richtet der Gastronom auch am kommenden Freitag ein kleines 5-Jahres-Fest aus. „Nur im ganz kleinen Rahmen“, betont Bujupi. Für die Musik sorgt die Jazz-Gruppe „Stardust Music“ um Karin Bauer und Alwin Miller. „Ich werde meine Stammgäste einladen, es soll ein kleiner Dank sein“, betont er.