Über Monate 585 Holz-Paletten gestohlen. Dreistes Duo erleichterte Rannersdorfer Spedition um Holz-Paletten im Wert von mehr als 5.000 Euro. Beide waren geständig und fassen daher Bewährung aus.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 22. Juli 2021 (05:25)
Gericht
NOEN, Erwin Wodicka

Ein multinationales Trio an Angeklagten musste sich vor Richterin Anna Wiesflecker am Landesgericht Korneuburg wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls und Hehlerei verantworten. Von Jänner bis Mai diesen Jahres haben ein 43-jähriger Türke und ein 42-jähriger Tscheche bei einer Speditionsfirma in Rannersdorf insgesamt 585 Paletten entwendet und diese an einen selbstständigen Kroaten verkauft, der deshalb wegen Hehlerei angeklagt war.

Da das Delikt der gewerbsmäßigen Hehlerei mit einem Strafmaß von bis zu fünf Jahren bedroht ist, ist ein Anwalt eigentlich verpflichtend. Alle drei Angeklagten sind jedoch ohne Rechtsvertreter zur Verhandlung erschienen. Wiesflecker löste das juristische Problem – um nicht vertagen zu müssen – dahingehend, dass sie anfing zu verhandeln, um einschätzen zu können, wie sich die Zeugeneinvernahme und die Beweisführung entwickeln.

Der Türke und der Tscheche zeigten sich, wie schon bei der Polizei, geständig. Sie haben die Paletten, die einen Wert von über 5.000 Euro darstellten, gestohlen, mit schwarzer Folie abgepackt und mit einem Fake-Firmenlogo etikettiert.

Der Geschäftsmann bestand auf „nicht schuldig“. Er habe nicht gewusst, dass es sich um gestohlene Ware gehandelt habe, rechtfertigte sich der Mann. Die vorliegenden Lieferpapiere ließen für die Richterin letztendlich nur den Schluss zu: „Sie hätten genauer sein müssen.“

Strafrechtlich war seine Fahrlässigkeit nicht relevant, sodass er freigesprochen wurde – und die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht mehr gegeben war. Für die zwei geständigen Täter setzte es eine achtmonatige bedingte Freiheitsstrafe, da sie vom ersten Moment an geständig und allesamt unbescholten waren. Sie nahmen das Urteil an.