Sensationsfund auf künftigem Gewerbegrund. Bei der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes in Himberg wurde Antikes gefunden.

Von Otto Havelka. Erstellt am 15. Juli 2021 (05:53)
Urnengräber Funde Himberg Grabungen
Die Grabungsarbeiten der Archäologen dauern noch an – die Begeisterung ist groß, immerhin ist man auf rund 3.000 Jahre alte Urnengräber aus der Bronze-Zeit gestoßen.
Otto Havelka

Eigentlich sollte nur die Straße für ein neues Gewerbegebiet zwischen den Lebensmittelgeschäften von Lidl und Spar sowie den Bahngleisen der ÖBB planiert werden. Doch bei den Grabungsarbeiten stellte sich schnell heraus, dass hier weniger als einem Meter unter der Oberfläche historische Schätze liegen.

Vergangene Woche sollten hier im Auftrag der Gemeinde Kanäle und Leitungen für künftige Gewerbebetriebe verlegt werden. Laut Bundesdenkmalamt galt das Areal schon lange als „verdächtig“.

Alexander Stagl
Alexander Stagl, Geschäftsführer der Firma „Novetus“, leitet die archäologischen Grabungen.
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Man vermutete hier schon oft altertümliche Funde. Nun brachten die Grabungen sensationelle Funde ans Tageslicht. Auf dem Areal wurde ein Urnengrab entdeckt, dass nach Schätzungen der Archäologen aus der späten Bronzezeit (1.200 bis 800 vor Christus) stammt.

Die historischen Funde sorgen allerdings auch für Kopfweh bei den Grundeigentümern. Allein die Gemeinde musste für die Grabungen mehr als 50.000 Euro auslegen.

Dafür darf sie sich auch als Besitzerin der historischen Funde rühmen. Nun sollen an beiden Seiten der Zufahrtsstraße zum neuen Gewerbegebiet Grundstücke an Gewerbebetriebe verkauft werden.

Weitere Schätze unter künftigen Gewerbegebieten?

Auf Grund der Funde gelten ihre künftigen Gewerbegebiete als historisch verdächtig und es werden daher auch in den nächsten Wochen weitere Grabungen auf dem Areal durchgeführt werden. Für den Geschäftsführer und Archäologen der Grabungsfirma „Novetus“, Alexander Stagl, handelt es sich um einen sensationellen Fund. Es gäbe „nur wenige Zeugnisse aus dieser Zeit in der Region“.

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Bürgermeister Ernst Wendl und die Gemeinde sind nun Eigentümer historischer Urnen.
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Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ) schwankt noch zwischen Freude und Trauer: Einerseits darf er die Funde als Vertreter des Eigentümers „Gemeinde Himberg“ in Besitz nehmen, andererseits muss er dafür tief in die Tasche greifen.

Was mit den wertvollen Fundstücken passiert ist noch ungeklärt. Zunächst werden sie einmal in einschlägigen Labors gereinigt und von Experten untersucht.

Kein Geld für ein Heimatmuseum

Grundsätzlich sind die Fundstücke Eigentum der Gemeinde. Sie muss entscheiden, was mit den antiken Funden passieren soll. Bürgermeister Wendl hat darauf im NÖN-Gespräch spontan noch keine Antwort. Ein Heimatmuseum wäre finanziell nicht realisierbar. Darüber hinaus werde es sicher einige Monate dauern, um die Funde wissenschaftlich katalogisieren und einordnen zu können.