Neustart für die SPÖ nach Turbulenzen. Nächste Woche sollen die Mitglieder einen neuen Vorsitzenden wählen.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:55)
Zoran Stojanovic und Rainer Windholz
Gemeinderat Zoran Stojanovic (links im Bild) entscheidet erst, ob er sich der Wahl stellt. Bezirkschef Rainer Windholz (rechts im Bild) hält sich zur bevorstehenden Wahl noch bedeckt.
Franz Wittmann/SPNÖ

Turbulente Zeiten der letzten Monate sollen nun ein Ende nehmen. Bei der Jahreshauptversammlung nächste Woche Freitag sollen die Mitglieder der SPÖ-Ortspartei einen neuen Vorsitzender wählen und damit auch den künftigen Weg der Partei bestimmen.

Anfang des Jahres hat der damalige interimistische Parteivorsitzende Bernd Konecny seine Parteimitgliedschaft zurückgelegt. Als Grund gab er eine private Entscheidung an. Die Bezirks-SPÖ hat daraufhin die Geschäfte der Ortspartei übernommen. 

Ihren Anfang haben die Turbulenzen allerdings schon früher genommen. Bei der Gemeinderatswahl im Jänner letzten Jahres mussten die Sozialdemokraten einen Verlust von sechs Prozent hinnehmen. Damit erreichte die Partei nur noch zwei Gemeinderatsmandate. Nach parteiinternen Unstimmigkeiten legte die damalige Vorsitzende Andrea Kerb alle ihre Funktionen zurück. Statt ihr zog der Listen-Achte Zoran Stojanovic in den Gemeinderat ein, einen gewählten Vorsitzenden gibt es seither nicht ( die NÖN berichtete ). 

Nennung von Kandidaten ist noch möglich

Nachdem Konecny zwar seine Parteimitgliedschaft, nicht aber den Sitz im Gemeinderat zurückgelegt hat, ist Stojanovic derzeit der einzige rote Mandatar in Fischamend. Ob er sich der Wahl zum neuen Vorsitzenden stellen wird, steht noch nicht fest. „Das entscheidet sich in den nächsten Tagen“, lässt der Gemeinderat im Gespräch mit der NÖN wissen. Stojanovic verweist zudem darauf, dass die Nennung von Kandidaten für die Wahl nächsten Freitag nach wie vor möglich ist. 

Bedeckt hält sich SPÖ-Bezirkschef Rainer Windholz. Zu möglichen Kandidaten möchte er sich nicht äußern.  „Wer neuer Vorsitzender wird, entscheiden die Mitglieder. Ich will nichts vorwegnehmen“, betont er. 

Nach der Neuaufstellung wollen sich die Sozialdemokraten wieder zu einer starken Stimme in der Stadtgemeinde entwickeln. Jahrzehntelang hat die SPÖ die Fischamender Gemeindepolitik dominiert, vor gut zehn Jahren stellte sie noch den Bürgermeister.