Nach Hangrutsch an der B44: Bauarbeiten gehen weiter. Gemeinde Pressbaum ließ alle Leitungen im betroffenen Bereich an der B44 abdrehen und sicherstellen. Die Immobilienbeteiligung und Invest GmbH wird einstweilen weiterbauen.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 31. Juli 2021 (04:58)
Hangrutsch Pressbaum
Der Gehsteig, der durch das gesenkte Erdreich aufgebrochen war, wurde von der „cmk Immobilienbeteiligung und Invest GmbH“ abgesichert.
Veraszto

Der Hangrutsch auf der B44 zwischen dem Buschenschank Bogner und dem den Kindergarten 2 beschäftigt nach wie vor die Gemeinde. Im Laufe der vergangenen Woche wurden alle Leitungen im Bereich gesichert und abgedreht. Zudem hat man die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt.

Weitere Schritte werden jetzt laufend besprochen, erklärt Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner: „Der Hang, welcher laufend von einem Geologen kontrolliert wird, wurde durch Abbaggern entlastet und hat sich in der Zwischenzeit stabilisiert. Nun wird die weitere Vorgangsweise zwischen den Betroffenen – EVN, Gemeinde Wien, Gemeinde Pressbaum und A1 – im Rahmen von Besprechungen abgestimmt.“

Die starken und lang anhaltenden Regenfälle der letzten Tage waren laut Stadtchef die Ursache für die Hangrutschungen. Welche Rolle die unbekannte Leitung in der Causa gespielt hat, wurde aber noch nicht geklärt. „Im abgerutschten Hang befand sich eine alte Steinmauer mit einem Auslass, von dem zunächst vermutet wurde, dass es sich um eine alte Hangentwässerung handelt. Dazu konnte aber noch nichts Näheres verifiziert werden“, erklärt Schmidl-Haberleitner.

Hangrutsch Pressbaum
24 Wohnungen und 14 Doppelhaushälften werden an der Hauptstraße gebaut.
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Und wie hoch beläuft sich der Schaden der Gemeinde? „Der Gehsteig fällt in die Zuständigkeit der Gemeinde und wäre sowieso aufgrund unserer Bauauflagen von der Baufirma neu hergestellt worden. Alle von der Gemeinde gesetzten Maßnahmen, wie etwa die aufgrund des Vorfalles notwendige Errichtung eines neuen Wasserschiebers, werden von der Gemeinde in Rechnung gestellt“, erklärt der Stadtchef. Die Wiederherstellung der Straße falle laut Bürgermeister in die Zuständigkeit der Landesstraßenverwaltung.

Kritik gab es zur angrenzenden Baugrube. Für einige Bürger waren die Bauarbeiten an der Hauptstraße für den Hangrutsch mitverantwortlich. Auf Facebook machten sie ihrem Ärger Luft. Im Wienerwald werden aber viele Häuser in Hanglagen errichtet, meint Schmidl-Haberleitner: „Wegen der großen Sensibilität wurden die Abgrabungen unter Begleitung eines Geologen durchgeführt. Dass es trotz aller Vorsicht zu Hangrutschungen kommen kann, zeigen Bauvorhaben aus der Vergangenheit in unseren Nachbargemeinden.“ Die Arbeiten auf der Baustelle der „cmk Immobilienbeteiligung und Invest GmbH“ laufen jedenfalls ungehindert weiter, informiert Geschäftsführer Stefan Knopf auf NÖN-Anfrage: „Es gibt keine Gefahr im Verzug. Die Baustelle wurde von allen unseren Gutachtern und zusätzlich von Dritten als unproblematisch beurteilt. Wir bauen so, wie es genehmigt wurde.“ Die Absicherung des Gehsteigs sowie die Herstellung eines Weges, damit man den Kindergarten, ohne die Straße queren zu müssen, erreichen kann, wurden auf eigene Kosten durchgeführt, so Knopf.

Bach wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen

Nach den starken Niederschlägen wurde das Regenwasser aus der Baugrube in den Grasleitenbach gepumpt. Das sorgte für Aufregung und auch Anrainerbeschwerden.

Wie aber Bezirkshauptmann Josef Kronister erklärt, passierte das mit einer Prüfung durch die Gewässeraufsicht. Denn das Wasser musste zuerst in ein Absetzbecken geleitet werden, damit sich die Sedimente ablagern konnten. Erst dann wurde das Wasser kontrolliert in den Bach gepumpt, so Kronister: „Unbehandelt hätte man das Wasser nicht einleiten können. Damit ist dem Bach aber nichts passiert.“ Die Gewässeraufsicht führe zudem beim Bach Nachkontrollen durch, so der Bezirkshauptmann.