Region Purkersdorf: Suche nach Personal hält an. Mit der Registrierungspflicht haben Gastonomen weniger zu kämpfen. Bei Personal und 3G-Regel sieht es anders aus.

Von Kristina Veraszto und Melanie Baumgartner. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:00)
Johannes Beranek
Bernhard Aschauer (Bild) führt gemeinsam mit Johannes Beranek das Johannesbär Wienerwaldgasthaus in der Deutschwaldstraße in Purkersdorf.
Baumgartner

Seit rund zwei Monaten haben die Gastronomen der Region wieder geöffnet. Seitdem sind sie auch mit einigen Herausforderungen konfrontiert. Die NÖN hörte sich bei den Wirten in der Region um, wie der Start nach monatelanger Coronapause für sie verlaufen ist.

Beim Johannesbär Wienerwaldgasthaus in der Deutschwaldstraße in Purkersdorf ist man grundsätzlich zufrieden. „Die ersten vier Wochen direkt nach der Öffnung waren etwas mühsam, jetzt hat sich das aber wieder gut eingependelt“, erzählt Johannes Beranek, der gemeinsam mit Bernhard Aschauer das Lokal vor 1,5 Jahren neu eröffnet hat. Seit der Öffnung im Mai spricht er von einem stetigen Aufwärtstrend. „Wir sind alle sehr zuversichtlich. Wenn es so weiter geht, denke ich, dass wir das Ganze mit einem blauen Auge überstehen werden“, meint Beranek. Feiern, wie Geburtstage, Hochzeiten oder Taufen werden schon wieder zahlreich gebucht. Auch die 3G-Kontrollen funktionieren problemlos, Beschwerden gibt es laut Beranek keine.

„Wir sind alle sehr zuversichtlich. Wenn es so weiter geht, denke ich, dass wir das Ganze mit einem blauen Auge überstehen werden.“ Johannes Beranek

Allerdings bekommen die Gastronomen den Mangel an Mitarbeitern zu spüren. Das Stammpersonal konnte dank Kurzarbeit gehalten werden, zusätzliches Personal für Feiern, etc. sei aber nur sehr schwer bis gar nicht zu finden.

Mit Personalmangel kämpft auch Werner Raffetseder, Chef des Restaurants Lindenhof in Pressbaum. „Wir würden noch einen Mitarbeiter für den Service brauchen“, so der Gastronom. Aber wie bei seinen Kollegen in der Branche gibt es auch bei Raffetseder keine Bewerber. „Ich habe mir jetzt etwas mit dem AMS ausgemacht. Die unterstützen mich jetzt“, erklärt der Wirt. Dass die Registrierungspflicht in der Gastronomie nicht wie angekündigt gefallen ist, stört Raffetseder nicht. Das Ausfüllen der Formulare für das Contact Tracing würde problemlos funktionieren. Auch die Kontrolle der 3G-Regel mache mittlerweile keine Probleme mehr. „Am Anfang war es schwieriger, aber es wird immer besser. Wir sind jetzt am aufsteigenden Ast“, sagt der Gastwirt.

Herbst soll keine neuen Schließungen bringen

Nicht ganz so optimistisch blickt Raffetseder in Richtung Herbst. Der Gastwirt hofft, dass die Infektionszahlen nicht rasant steigen. Einen weiteren Gastro-Lockdown will er nicht mehr aushalten. „Ich hoffe, sie sperren nicht wieder zu“, sagt der Lindenhof-Chef.

Im Gasthaus Hochramalpe in Gablitz funktioniert die Kontrolle der 3G-Regel nicht immer reibungslos. Manche Gäste hätten für die Maßnahme weniger Verständnis. Das bekommt dann anschließend das Team der Hochramalpe zu spüren, obwohl man sich auch nur an die Auflagen hält, erzählt Wirtin Petra Heinisch: „Es ist schon ein Aufwand. Und mittlerweile gibt es schon viele verschiedene Nachweise. Der eine Gast kommt mit einem Testzertifikat, der andere hat schon den Grünen Pass. Aber schön langsam spielt es sich ein.“ Dass manche Gäste wegen der 3G-Regel nicht ins Lokal kommen, merkte Heinisch zu Beginn aber schon: „Im Juni hatten wir sicher über 30 Prozent Umsatzeinbußen.“ Der Juli war zwar besser, aber auch nicht optimal. An das Ausfüllen des Kontaktformulars dürften sich die Menschen schon gewöhnt haben: „Die Registrierungspflicht ist kein Problem“, so Heinisch.

Philipp Wimmer-Joannidis vom Eichgrabener Mo´s will sich über die jetzige Situation nicht beschweren: „Wir haben nicht wirklich mit Erleichterungen gerechnet und sind schon froh, dass die Maskenpflicht gelockert wurde. Was die Veranstaltungen betrifft, haben wir uns schon im Vorfeld entschieden heuer weniger zu machen, da es nicht absehbar war, was erlaubt sein wird.“

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