Zweite Chance verpasst: Nun doch Strafe für Morddrohung. Gablitzer hätte gemeinnützige Arbeit leisten können. Nun wurde er aber wegen gefährlicher Drohung verurteilt.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:20)
440_0008_8137941_pur30_landesgericht_st_poelten_2_erna_k.jpg
Zum zweiten Mal stand ein Gablitzer wegen gefährlicher Drohung vor dem Landesgericht St. Pölten.
Kazic, Kazic

Er hätte eine Verurteilung abwenden können, seine Chance hat er aber nicht genützt: Am Donnerstag musste sich ein 37-jähriger Gablitzer erneut wegen gefährlicher Drohung vor dem Landesgericht St. Pölten verantworten.

Der Familienvater hatte im Jänner in einem Wartezimmer mit ausländerfeindlichen Aussagen auf sich aufmerksam gemacht. Als eine Frau mit türkischen Wurzeln dazwischen gehen wollte, soll der Angeklagte mit „Ihr gehört alle umgebracht“ geantwortet haben. Dabei fuhr er mit seiner Hand quer über den Hals. Die Halsabschneide-Bewegung versetzte aber nicht nur die Frau in Angst. Auch ihre kleine Tochter fürchtete sich vor dem Gablitzer. Bei der ersten Verhandlung zeigte sich der Angeklagte geständig. Die Emotionen seien einfach mit ihm durchgegangen, erklärte er vor Gericht. Dem Mann wurde für seine Tat gemeinnützige Arbeit aufgetragen. 100 Stunden hätte der 37-Jährige ableisten müssen. Doch er hat sich bei der Bewährungshilfe Neustart nicht gemeldet. Im Gegenteil: Der Gablitzer reagierte auch nicht auf Anrufe der Bewährungshelfer.

„Warum ist das gescheitert?“, fragte die Richterin den Angeklagten. Dieser meinte nur: „Es hat sich immer verrennt.“ In der Verhandlung bekannte sich der Mann schließlich schuldig. Ihm tue seine Aussage leid. Zudem zeigte er sich bereit für die Tochter 200 Euro Schmerzensgeld zu bezahlen.

An einem Schuldspruch kam er dieses Mal aber nicht vorbei: Die Richterin verurteilte den Gablitzer zu drei Monaten bedingter Haft auf eine Probezeit von drei Jahren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.