Sparkasse schließt Kassenbetrieb in Rabenstein. Bürgermeister startet Unterschriftenaktion gegen Absiedelung. Sparkasse erklärt Schritt mit rückläufiger Nutzung.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:30)
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Der Kassenbetrieb soll mit 16. Juli eingestellt werden. Bürgermeister startet Unterschriftenaktion gegen die Absiedelung.
Gemeinde Rabenstein, Gemeinde Rabenstein

Die Aufregung in Rabenstein ist groß. Die Sparkasse schließt ab 16. Juli den Kassenbetrieb in der Filiale. Gegenwind gibt es seitens der Gemeinde. Bürgermeister Kurt Wittmann startet eine Unterschriftenaktion.

„Durch die Schließung des Schalters der Sparkassen-Filiale in unserer Gemeinde sind besonders viele ältere Menschen betroffen“, hebt Wittmann hervor. Sie seien ohne den persönlichen Kontakt zur Sparkasse nicht mehr in der Lage, selbstständig ihre Bankgeschäfte zu tätigen.

„Nicht alle verfügen über einen PC und/oder eine Internetverbindung und auch die Bedienung am Überweisungsautomaten ist nicht für jeden selbsterklärend“, sorgt sich der Bürgermeister. Deshalb möchte sich die Gemeindevertretung Rabenstein für den Erhalt des Schalters und die damit verbundene persönliche Betreuung in der Bank-Filiale einsetzen.

„Von der Schließung des Schalters der Sparkassen-Filiale in unserer Gemeinde sind besonders viele ältere Menschen betroffen.“ Kurt Wittmann, Bürgermeister

Bei der Sparkasse Mitte West versteht man die Aufregung nicht. „Das Kassageschäft war in den letzten Jahren – auch corona-bedingt – extrem rückläufig. Im Gegensatz dazu erfreut sich unser Internetbanking George sowie bargeldloses Bezahlen enorm hoher Beliebtheit“, erklärt Regionaldirektor Siegfried Ganzberger die Entscheidung.

Aufgrund dieser Entwicklung entschied sich die Sparkasse, die Ressourcen in der Region zu bündeln. Dennoch können die Selbstbedienungsautomaten nach wie vor rund um die Uhr genutzt werden.

„Auch die langjährige Filialleiterin Gertrud Zahorik steht wie bisher gerne für Beratungen nach Terminvereinbarung von Montag bis Freitag, von 7 bis 19 Uhr zur Verfügung“, betont Ganzberger. Einzig für die Kassengeschäfte müsse man sich an die umliegenden Sparkassen-Filialen in Kirchberg und Ober-Grafendorf wenden.

Sparkasse passt sich an erhöhte Mobilität an

Generell geht der Trend in Richtung Internetbanking. „Änderungen in den Filialen gehören zu den Entwicklungen in der Bankenlandschaft. Durch erhöhte individuelle Mobilität, geänderte Kundenströme oder Nutzung des Internets passt auch die Sparkasse Niederösterreich Mitte West ihre Strukturen laufend an“, hebt Ganzberger hervor.