Mikl-Leitner: "Klimawandel ist größte Herausforderung". Landeshauptfrau denkt, dass "Verhaltensänderung jedes Einzelnen" nötig sein wird, um die Erde zu retten. Was Niederösterreich im Bereich des Klimaschutzes bereits tut, berichtete sie dem Umweltminister aus Malta bei einem Arbeitsgespräch.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 27. Juli 2021 (13:38)
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Tauschten ihre Standpunkte und Projekte zum Thema Klimaschutz aus: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Aaron Farrugia, Umweltminister aus Malta.
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"Wir alle sind uns bewusst, dass der Klimawandel die größte Herausforderung unserer Zeit ist", sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) nach einem Arbeitsgespräch mit Umwelt-Minister Aaron Farrugia aus Malta. Wenige Tage nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit seiner Aussage in den "Vorarlberger Nachrichten" aufhorchen ließ, dass Klimaschutz auch ohne Verzicht gehe und so innerhalb der türkis-grünen Koalition eine Debatte entfachte. 

Mikl-Leitner denkt, dass "die Verhaltensänderung jedes Einzelnen" notwendig sei, um die Erde zu retten. Das beginne schon beim Griff zu regionalen Produkten im Supermarkt-Regal. 

Niederösterreich sieht die Landeshauptfrau als Vorreiter im Bereich des Klimaschutzes. Beispielsweise, weil hier bereits 100 Prozent des Strombedarfs von Privathaushalten aus Erneuerbarer Energie gedeckt werden können. „In Niederösterreich sind die CO2-Emissionen seit dem Jahr 1990 um vier Prozent zurückgegangen, die Wirtschaftsleistung in diesem Zeitraum jedoch um 65 Prozent gestiegen“, meinte Mikl-Leitner, die betonte, dass man Ökologie und Ökonomie nicht gegeneinander ausspielen dürfe. Bis 2030 will das Land die "Vorreiterrolle" weiter ausbauen: So sollen die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 36 Prozent reduziert, die Stromerzeugung durch Photovoltaik verzehnfacht und die Leistung aus Windkraft zu verdoppelt werden. 

Der Minister aus Malta machte sich von konkreten Projekten in Niederösterreich selbst ein Bild. Er besichtigte die Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr und das nie in Betrieb gegangene Atomkraftwerk in Zwetendorf (beides Bezirk Tulln). Der Inselstaat forciere den Umstieg auf Erneuerbare Energien, ressourcenschonende Produktion und neue Innovationen und Technologien, berichtete er bei seinem Besuch in Wien.

Tatsache sei aber auch, dass der Schutz der Umwelt und des Klimas eine komplexe, gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die gemeinsam bewältigt werden müsse. Großes Problem ist in Malta etwa die Bebauung. Das Land müsse weg vom "Grau" und "Grün" werden, sagte der Politiker beim Gespräch im Palais Niederösterreich.