Ausbau- und Investitionsplan für Pflege und Betreuung. Die niederösterreichische Landesregierung hat in ihrer Sitzung am Dienstag den ersten Teil des NÖ Ausbau- und Investitionsplans für Pflege und Betreuung bis 2030 beschlossen. Knapp 300 Millionen Euro sollen investiert werden.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 15. Juni 2021 (13:15)
Christiane Teschl-Hofmeister
Christiane Teschl-Hofmeister
Josef Herfert

Um 15 Prozent mehr Pflegeplätze braucht Niederösterreich bis 2025. Bis 2030 sind es fast 2.000 Plätze. Das prognostiziert der Altersalmanach, mit dem das Land die Situation rund um die Themen Alter und Pflege regelmäßig wissenschaftlich evaluieren lässt. Um den steigenden Pflegebedarf decken zu können, ist bis 2030 ein Maßnahmenpaket fixiert worden.

Den ersten Teil präsentierten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Pflege-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (beide ÖVP) nun. Investiert werden knapp 300 Millionen Euro in die stationäre Pflege. Der Großteil davon in die 48 Pflege- und Betreuungszentren des Landes mit 6.000 Plätzen. 32 Millionen Euro gehen an private Träger. Sie führen 54 Einrichtungen mit 4.500 Plätzen.

Im ersten Schritt sollen bestehende Standorte ausgebaut werden. Erweitert werden die Einrichtungen in Bad Vöslau, Waidhofen an der Ybbs, Eggenburg, Hollabrunn, Mistelbach, Hainburg, Scheibbs und Laa an der Thaya. Das bringt 650 neue Plätze. Gleichzeitig werde der Einzelzimmer-Anteil steigen.

Bevor die Maßnahmen für den zweiten Schritt sowie mögliche Neubauten fixiert werden, will das Land den Altersalmanach adaptieren. Die Letztversion stammt aus dem Jahr 2018, die Entwicklungen durch Corona sind darin daher nicht berücksichtigt. Dadurch soll sich zeigen, in welchen Bezirken Bedarf besteht. Einige Gemeinden, die ein Pflegezentrum errichten wollten, erhielten jedoch Absagen. In Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) etwa zeichne sich kein Bedarf ab, der das rechtfertige. Genehmigt werden sollen nur noch Einrichtungen mit mindestens 140 Betten.