Niederösterreich: Sauberer Strom aus der Nachbarschaft. Erneuerbare Energiegemeinschaften sorgen für die regionale Nutzung von grünem Strom aus der Umgebung. Mit der Energie Zukunft Niederösterreich unterstützen Land und EVN die Gründung neuer Energiegemeinschaften.

Von David Brandl. Erstellt am 18. Juni 2021 (09:02)
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EZN-Geschäftsführer Andreas Rautner und EVN Vorstandsdirektor Franz Mittermayer präsentieren gemeinsam mit Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf und EZN-Geschäftsführer Roland Matous die Unterstützung der EZN für Erneuerbare Energiegemeinschaften
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Erneuerbaren Strom lokal produzieren und lokal verbrauchen – dies ist die Devise von Erneuerbaren Energiegemeinschaften. Was versteht man unter dem sperrigen Begriff Erneuerbare Energiegemeinschaft? Vereinfacht gesagt, schließen sich dabei Bürger in Vereinen oder Genossenschaften zusammen, um selbst produzierten grünen Strom untereinander zu teilen.

Darin liegt der zentrale Vorteil von Erneuerbaren Energiegemeinschaften. Bisher wurde der sogenannte „Überschuss-Strom“, also jene Energie, die zwar beispielsweise von privaten Photovoltaikanlagen produziert, aber nicht vom Besitzer verbraucht wird, ins überregionale Netz eingespeist. Besonders bei der Nutzung von Sonnenenergie ist dies der Fall. Denn produzieren Photovoltaikanlagen den meisten Strom untertags, wenn deren Besitzer meist außer Haus sind.

Großes Interesse an Energiegemeinschaften

Um Bürgern, aber auch Gemeinden und Unternehmen am Weg zur Gründung einer Erneuerbaren Energiegemeinschaft beratend zur Seite zu stehen, gründeten die Energie- und Umweltagentur des Landes gemeinsam mit dem Energieversorger EVN die Energie Zukunft Niederösterreich GmbH (EZN). Diese berät Interessierte ebenso bei der Konfiguration und laufenden Verwaltung der Erneuerbaren Energiegemeinschaften.

Schon drei Monate nach der Gründung der EZN zieht Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf eine erste vielversprechende Bilanz: „Nach nur einem Monat hatten wir bereits 100 Interessenten, die mithilfe der EZN eine Erneuerbare-Energiegemeinschaft gründen wollen.“

Erste Projekte laufen an

Stolz berichten die beiden Geschäftsführer der EZN Roland Matous und Andreas Rautner über erste Projekte, die sich bereits in Umsetzung befinden. So gründete sich beispielsweise in Deutsch-Wagram eine Erneuerbare Energiegemeinschaft und in Melk wird eine Photovoltaik-Anlage mit Bürgerbeteiligung errichtet. Darüber hinaus plant die EZN regionale Workshops, um den Austausch und die Vernetzung unter ihren Kunden und deren Projekten zu fördern.

Kunden, Kraftwerke und Umwelt würden von den „Mitmach-Projekten“ gleichsam profitieren, betont Franz Mittermayer, EVN Vorstandsdirektor. Die Vorteile legt er anhand einer Energiegemeinschaft im Gölsental dar: „In unserem Pilotprojekt im Gölsental bieten sie eine wirtschaftliche Perspektive für bestehende, historische Kleinwasserkraftwerke, gleichzeitig sind sie ein attraktives Angebot für unsere Kunden.“