Die Schulen bleiben weiter zu. Erst nach den Semesterferien sollen Kinder wieder in Klassen lernen. Eltern rufen zum Boykott des Distance Learnings auf. Betreuungsangebot bleibt in NÖ bestehen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 19. Januar 2021 (07:25)
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Die Klassenzimmer bleiben zu großen Teilen weiter verwaist. Erst nach den Semesterferien, ab 8. Februar, werden die 180.000 Schüler in Niederösterreich wieder vor Ort unterrichtet.
APA/Punz

Viel Zeit verbrachten die Schülerinnen und Schüler seit Ausbruch der Pandemie nicht in den Klassen. Jüngere wurden seit März zu 40 Prozent online unterrichtet. Bei den Älteren war das sogar in 60 Prozent der Zeit der Fall. Nun kommen weitere Tage Fern-Unterricht dazu. Entgegen der Hoffnung von Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern aus Niederösterreich öffnen die Schulen nicht wie geplant am 18. Jänner. Auch nicht, wie danach angekündigt, am 25. Jänner. Erst nach den Semesterferien, am 8. Februar, werden die 180.000 NÖ-Schüler voraussichtlich in die Klassen zurückkehren.

Bei vielen Eltern ist der Frust groß. In Whatsapp- oder Facebook-Gruppen wird nun sogar zum Boykott des Distance Learnings aufgerufen. Weil immer mehr Eltern ihre Kinder trotz des Lockdowns in die Schule schicken würden, fordert der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger das Einschränken des Betreuungsangebots. Geht es nach ihm, sollten nur mehr Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen in den Schulen betreut werden können. In NÖ nutzten das Angebot zuletzt rund 16 Prozent der Schüler.

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Christiane Teschl-Hofmeister: „Schränken Betreuungsangebot nicht ein.“
Foto: NLK/Ernst Reinberger

Laut Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister wird es auch nicht eingeschränkt. „Allerdings ist es unsere eindringliche Bitte, nur von dem Angebot Gebrauch zu machen, wenn es tatsächlich benötigt wird.“

Schwächere haben in den Ferien Unterricht

Anders als etwa in den Osterferien im vorigen Schuljahr wird es in den Semesterferien kein Betreuungsangebot geben. Allerdings sollen die schwächeren Schüler die Möglichkeit bekommen, Versäumtes nachzuholen – ähnlich, wie das bereits in der Sommerschule gemacht wurde. Unterrichten sollen die Kinder Studierende, aber auch Lehrer.

Ab 8. Februar ist Schichtbetrieb geplant

Damit sich auch nach den Ferien nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Schulen aufhalten, setzt das Bildungsministerium ab 8. Februar wieder auf Schichtbetrieb. Wie der genau aussehen soll, werde erst erarbeitet. Landesrätin Teschl-Hofmeister wünscht sich eine bundesweit einheitliche Lösung.

Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten, werden momentan Schnelltests an die Bildungsstätten ausgeliefert. Durch einfaches Wischen in der Nase sollen sich die Schüler selbst Proben entnehmen und so ihren Covid-Status checken. Diese Tests sollen, entgegen vorhergehender Informationen, auch von den Lehrern genutzt werden können.

An das Maskentragen im Unterricht mussten sich Schüler und Lehrer schon gewöhnen. Nach den Semesterferien werden allen Schülern ab 14 Jahren FFP2-Masken vorgeschrieben. „Für die Lehrerinnen und Lehrer wurde bereits ausreichend Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung gestellt. Die Schülerinnen und Schüler müssen ihre selbst mitnehmen“, sagt Teschl-Hofmeister. Laut Auskunft des Bundes sollen Einkommensschwache gratis FFP2-Masken bekommen.

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