Festspielhaus St. Pölten: Ein Spektakel zum Abschied. Tanz aus aller Welt und Musik aus allen Richtungen hat sich das Festspielhaus für 2021/22 eingeladen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 19. Mai 2021 (03:32)
Schwanensee
Tanzt zum Saisonauftakt von Brigitte Fürles letzter Spielzeit am 25. und 26. September im St. Pöltner Festspielhaus: das provenzalische Ballet Preljocaj mit „Schwanensee“.
Jean-Claude Carbonne

„Vor dem Abschied liegt noch eine wunderbare Spielzeit.“ Sagt Brigitte Fürle. Und hat sich zum Auftakt ihrer neunten – und letzten – Spielzeit den eingeladen, der schon ihre erste eröffnet hat: Angelin Preljocaj.

Frankreichs Star-Choreograf hätte schon letzten November Österreich-Premiere feiern sollen. Und kommt statt dessen im September nach St. Pölten – mit seinem Ballet und Tschaikowskys „Schwanensee“.

Getanzt wird aber noch viel mehr, in der Saison 2021/22. Gleich drei „weibliche Tanzikonen“, so die künstlerische Leiterin, geben sich im Oktober die Ehre, darunter eine Choreografie von Pina Bausch mit Strawinskys „Frühlingsopfer“, getanzt von über 30 afrikanischen Tänzern.

Denn: „Tanz ist immer auch ein Dialog mit der Welt“, ist Fürle überzeugt. Außerdem am Tanzprogramm: die neuseeländische MAU Company mit Mahler (und Niederösterreichs Tonkünstlerorchester auf der Bühne), die südkoreanische Eun-Me Ahn Company mit ihren „Dragons“ oder die britische Akram Khan Company mit einem brandneuen „Jungle Book“.

„Jeder Tag, den wir spielen dürfen, ist kostbar!“ Festspielhaus-Leiterin Brigitte Fürle nach dem jüngsten Lockdown

Auf der musikalischen Gästeliste stehen zwischen September 2021 und Juni 2022 Helge Schneider, Dee Dee Bridgewater, Mnozil Brass, Etta Scollo oder Hubert von Goisern.

Und Zirkus gibt’s in der kommenden Saison zweimal, im Festspielhaus--Programm. Einer davon, Brisbanes Circa Contemporary Circus, kommt mit dem Tonkünstlerorchester, Chefdirigent Yutaka Sado und Beethovens Neunter zum „großen Finale“.

Weil: Zum Abschluss – und zum Abschied seiner künstlerischen Leiterin – gibt’s am 10. und 11. Juni 2022 im Festspielhaus ein „Spektakel“: mit Zirkus, Beethoven und davor Sylvain Émards von heuer verschobenes Tanzprojekt „Le Grand Continental“. „Da wird“, verspricht Brigitte Fürle, „auch der Vorplatz zum Dancefloor!“

Gefeiert wird aber schon ab Herbst. Nämlich der 25. Geburtstag des 1997 eröffneten Hauses im St. Pöltner Kulturbezirk. Dazu wird Eva Schlegel, die schon den 14,5 Tonnen schweren Eisernen Vorhang für das Festspielhaus gestaltet hat, eine „filmische Gratulation in den Sprachen aller hier gastierenden Künstler“ drehen. In zwei Foyers wird die auch im Weinviertel lebende Künstlerin ab dem Saisonauftakt am 25. September „eine voluminöse Installation aus 50, 60 Spiegeln“ zeigen. Titel der Intervention: „Extended Space“.

Gespielt wird im Festspielhaus aber „nach sieben Monaten“ schon ab diesem Donnerstag – mit Zirkus und Tanz.

www.festspielhaus.at