NÖ Musikschulen: „Mut machen“ fürs Miteinander. Gut 60.000 Musikschüler lernen in NÖ gerade auf Distanz, aber sehr kreativ.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 14. April 2021 (05:44)
Musikunterricht Symbolbild
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Geschlossene Türen, stille Klassen, Ensembles auf Pause, Unterricht auf Distanz – auch Niederösterreichs Musikschulen sind seit Ostern wieder im Lockdown. Aber: „Wir machen das Beste daraus!“ Sagt Michaela Hahn. Und klingt dabei nicht resigniert, im Gegenteil. „Unsere Lehrer und Schüler haben ja schon Übung darin.“

2.300 sind es aktuell im ganzen Land, die an einer der 127 Musikschulen, für die das Land gerade ein Förderpaket von 35 Millionen beschlossen hat, unterrichten. Die werden jetzt, gemeinsam mit den AHS-Lehrern geimpft. Und rund 60.000 sind es aktuell, die dort lernen. Da gebe es natürlich regionale Unterschiede. Und gerade dort, wo es mit dem Internet schwierig ist, sei es auch mit dem Distance Learning schwierig.

Aber: „Es gibt ganz viel Kontakt“, so die Geschäftsführerin von Niederösterreichs „Musik & Kunst Schulen Management“. Kontakt mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit Eltern und mit Geschwisterkindern. „Manches läuft über Zoom, manches über WhatsApp, manches über Video und Telefon“, so Michaela Hahn. Für NÖs Musikschullehrerinnen und -lehrer war das „komplett neu, das waren sie nicht gewohnt, über Musik zu sprechen – früher wurde vorgezeigt und mitgespielt“.

Will Eltern und Musikschülern „Mut machen“: Michaela Hahn.
Will Eltern und Musikschülern „Mut machen“: Michaela Hahn.
Lechner

Aber auch die Musikschülerinnen und -schüler mussten jetzt mehr „reflektieren“. Kreativ seien jedenfalls alle. Und vieles davon wolle man auch „mitnehmen“, etwa den „Blick aufs Üben“ oder die „Tipps für Eltern“. Trotzdem bleibe das Wesentliche der Musik, so Hahn, auf der Strecke: die Emotion, die Atmosphäre, das Miteinander. „Was allen fehlt, ist das gemeinsame Musizieren. Das ist fürchterlich!“ Das Elektronische bleibe da nur „eine Krücke“.

Der Großteil der Schüler sei dennoch an der Musikschule geblieben. Nur bei den Schülerzahlen 2020/2021 gab es das erste Mal seit Jahren „keine wirkliche Steigerung“. Deshalb wolle man gerade auch fürs nächste Schuljahr „Mut machen“ – auch rund um den Tag der Musikschulen am 7. Mai. Gerade in harten Zeiten könne musikalische Bildung „ein Ventil sein, auch in psychologischer Hinsicht“, ist Michaela Hahn überzeugt. Sie wünscht sich vor allem, „dass die Eltern ihre Kinder wieder und weiter in die Musikschule schicken“.

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