Die Gestaltung von Landschaften. Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur werden in Österreich als unterschiedliche Fachbereiche wahrgenommen. Die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur plädiert für ein ganzheitliches Berufsverständnis.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 19. Juni 2021 (04:40)
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Es kann, muss aber nicht immer grün sein. Landschaftsarchitektur und -planung beschäftigen sich neben Grünflächen wie Parkanlagen auch mit Flächen im urbanen Raum. Ziel ist es, einen Landschaftsraum erlebbar und zugänglich zu machen.
 
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Um die Unterschiede von Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur aufzuzeigen, muss zunächst der Begriff der Landschaft definiert werden.

Landschaft kann vieles sein. Darunter versteht man einen Raum in der Landschaft, ein Ökosystem, einen Lebensraum, aber auch einen Kultur- und Gesellschaftsraum. Eine Landschaft muss auch nicht unbedingt grün sein, erklärt die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖGLA).

Natürlich gibt es Naturlandschaften, aber genauso Stadtlandschaften. Eine Landschaft kann also rural oder urban sein. Die Gestaltung, Wiederherstellung, Pflege, Planung und Sicherung von verschiedenen Landschaften ist Aufgabe der Landschaftsarchitektur.

Sie ist eine technisch-naturwissenschaftlich, ästhetisch-kreativ arbeitende Disziplin. Das Berufsbild des Landschaftsarchitekten ist vielfältig und reicht von planenden und gestaltenden über prozessbegleitende und -steuernde Tätigkeiten bis hin zur konzeptionellen und theoretischen Auseinandersetzung mit Landschaft.

Laut ÖGLA dient die Berufsbezeichnung „Landschaftsarchitektur“ international und mittlerweile auch in Österreich als Überbegriff für alle landschaftsplanenden Tätigkeiten mit akademischer Ausbildung. Aus den verschiedenen Anforderungen und Arbeitsmethoden haben sich jedoch im deutschsprachigen Raum zwei übergeordnete Fachbereiche entwickelt: die Landschaftsarchitektur und die Landschaftsplanung. Beide Bereiche arbeiten auf zwei unterschiedlichen Planungs- und Einflussebenen, der Ordnungs- und der Objektplanung.

Bislang wurden diese beiden Planungsebenen überwiegend getrennt voneinander, durch unterschiedliche Akteure beziehungsweise Büros bearbeitet, die Fachbereiche Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung oftmals sogar als getrennte Berufe dargestellt. Diese Abgrenzung führte immer wieder zu Irritationen, innerdisziplinären Auseinandersetzungen und zur Schwächung der Berufsbezeichnung Landschaftsarchitektur, als allgemeine Bezeichnung für alle landschaftsbezogenen Planungs- und Gestaltungstätigkeiten. „Die Trennung zwischen Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur ist auch fachlich zu hinterfragen“, so die ÖGLA. www.oegla.at