Achtung! „Finger weg von Rehkitzen!“. Ternitzer Tierschutzheim appelliert, Rehkitze nicht mit nach Hause zu nehmen.

Von Tanja Barta. Erstellt am 18. Juni 2021 (04:13)
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Tierheimleiterin Elisabeth Platzky warnt: „Man greift keine Rehkitze oder auch andere junge Wildtiere an. Muttertiere nehmen die Jungen nicht mehr an, wenn zu viel menschlicher Geruch an ihnen haftet!“
Tierheim Ternitz, Tierheim Ternitz

Die Rettung von Rehkitzen aus Feldern ist derzeit aktueller denn je. Dennoch gibt es viele Menschen, die sich beim Fund eines jungen Tieres falsch verhalten. Das Ternitzer Tierheim und dessen Leiterin Elisabeth Platzky rufen zu besonderer Vorsicht und dem „Einschalten des Hausverstandes“ auf.

So nahmen Menschen einen kleinen Rehbock mit nach Hause, nachdem sie diesen im hohen Gras, wo ihn das Muttertier ablegte, gefunden hatten. „Nach drei Stunden vergeblicher Mühe, ihm ein bisschen Milch – noch dazu die falsche Aufzuchtmilch – einzuflößen, haben sie Hilfe gesucht“, so Tierheimleiterin Elisabeth Platzky. Das junge Tier habe über einen Tag nach seiner Mutter gerufen. „Und auch das Muttertier wird sein Junges lange Zeit gesucht haben!“ Platzky erklärt, dass nicht jedes junge Wildtier, das alleine angetroffen wird, verlassen wurde und menschliche Hilfe benötigt. „Eine Rehgeiß kommt circa 15 bis 20 Mal am Tag zu ihrem Jungen, um es zu säugen!“, erklärt sie.

Im Falle eines zweiten Rehkitzes griff ein Wanderer ein. Das junge Tier wurde nämlich von einem Raubvogel attackiert. Hier könne man dem Wanderer die Rettung nicht verdenken, aber dennoch: „In beiden Fällen sollte man vor Ort den zuständigen Jagdausübungsberechtigten verständigen. Hier kann die Bezirksverwaltungsbehörde oder auch die Polizei weiterhelfen!“

Einen tierischen Einsatz hatte in der Vorwoche übrigens auch die Freiwillige Feuerwehr Pottschach. Die Floriani retteten ein Kitz von einer Baustelle und setzten es am Feld aus.