Heilsame Kraft der Tiere. Die Reichenauer Geschwister Barbara und Christina Freund gründeten im Juni den Verein „Animal Buddy“ und kommen mit ihren Tieren auf Besuch, um ein Lächeln zu schenken.

Von Nadine Gasteiner. Erstellt am 24. Juli 2021 (05:35)

Um Herz und Seele eine Pause zu gönnen, den Alltag kurz zu vergessen und ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder, Senioren und Kranken zu zaubern, gründeten die Reichenauer Geschwister Barbara und Christina Freund im vorigen Monat den gemeinnützigen Verein „Animal Buddy“.

Ziel ist es, Menschen mit ihren Tieren Freude zu schenken und ihnen eine Ausflucht aus ihrer oft schwierigen Zeit zu bescheren, wie die beiden erzählen. Prinzipiell wird ein Besuch des Vereins individuell an die jeweiligen Bedürfnisse und Wünsche angepasst. Meistens werden hier Gruppentermine mit bis zu zehn Personen abgehalten. Die Reitpädagogin erklärt: „Mit unserer ,Cindy‘ kommen wir zum Beispiel in einen Hof, auf einen Spielplatz oder einen Park und dann stellen wir uns und das Tier vor.“

Danach darf die Ponystute gestreichelt werden, wobei auch Bürsten zum fürsorglichen Striegeln nicht fehlen dürfen. Nach den ersten Kuscheleinheiten wird oftmals ein Parcours aufgebaut. Hier werde vorgezeigt, wie man das Tier richtig führt, bevor die Teilnehmer selbst Hand anlegen dürfen, so die Vereinsgründerin.

„Das ist schon etwas Magisches, was die Tiere da schaffen. Man bemerkt hier die heilsame Kraft der Tiere!“ Barbara und Christina Freund

Aktuell werden Kindergärten und -heime, Schulen, Alters- und Pflegeheime sowie Rehazentren besucht, aber auch Einzeltermine sind möglich. „Mein Ziel wäre es, auch in Krankenhäuser und Krebsstationen zu kommen – das wäre mir sehr wichtig, denn das ist schon etwas Magisches, was die Tiere da schaffen“, betont Barbara Freund. Man bemerke hier die „heilsame Kraft der Tiere“, wie Schwester Christina ergänzt.

Neben Ponys und Hunden gibt es noch einige „Seelsorger“ mehr: Kamele, Schweine, Schildkröten, Ziegen, Katzen, Hasen und sogar Achatschnecken sind Mitglieder von „Animal Buddy“. Doch nicht jedes Tier kann einfach zum „Besuchstier“ werden. Die Auswahl ist sehr streng: Hunde müssen beispielsweise gewisse Tricks können, Tiere werden überall „abgetatschelt“ um die Empfindlichkeit zu testen, ein Tierarzt-Attest muss vorgewiesen werden und laute Geräusche müssen geduldet werden.

Aber nicht nur die Tiere müssen sich einer kritischen Betrachtung von den Geschwistern unterziehen, auch zukünftige Mitglieder des Vereins werden genauer unter die Lupe genommen. „Sie müssen eine pädagogische oder soziale Ausbildung haben“, betont Barbara Freund in Bezug auf das Auswahlverfahren. Sollten die Voraussetzungen erfüllt werden und der Eindruck passen, fährt die Reichenauerin mit auf den ersten Termin, um sicher zu gehen, dass alles nach ihren Vorstellungen abläuft.

Mittlerweile gibt es in den Bezirken St. Pölten, Neunkirchen, Mürzzuschlag, sowie in Wien, Mödling und dem Waldviertel die Möglichkeit für einen Besuch des Vereins.

Wer den Verein mit Spenden unterstützen oder selbst mit seinem Vierbeiner aktiv sein möchte, kann sich beim Verein melden, denn die Geschwister würden sich über Zuwachs freuen: „Je mehr Leute, desto mehr freudestahlende Gesichter!“