SPÖ übt Kritik an Auftragsvergabe. Gemeindespitze holte kein Vergleichsangebot ein. Die SPÖ stimmte nicht mit.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 25. Juli 2021 (03:43)
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Gar nicht gut zu sprechen ist die Kirchberger SPÖ aktuell auf die Gemeindeführung – Grund dafür ist das Primärversorgungszentrum, das schon im Herbst den Betrieb aufnehmen soll. Denn für die Einrichtung des Zentrums war nur ein einziger Kostenvoranschlag eingeholt worden – von der Firma eines ÖVP-Gemeinderates. „Eigentlich unglaublich“, kritisiert Fraktionsobmann Herbert Steiner gegenüber der NÖN: „Das ist mit unserem Grundsatz von sauberer Politik in einer sauberen Gemeinde nicht vereinbar“, meint er.

Bürgermeister Willibald Fuchs (ÖVP) verteidigt die Entscheidung – es handle sich um insgesamt 150 Möbelteile und ein Auftragsvolumen von rund 200.000 Euro. „Die Firma hat das Konzept mit den Ärzten genau erarbeitet und wir haben bisher nur gute Erfahrungen mit der Firma gemacht.“ Theoretisch schaffe eine größere Ausschreibung natürlich mehr Objektivität, „aber wenn wir immer alles so bürokratisch machen, steht die Partie“, argumentiert Fuchs.

Die FPÖ sieht die Angelegenheit weniger tragisch: „Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Aufträge in der Gemeinde bleiben – deshalb bin ich bei der Entscheidung mitgegangen“, erklärt Gemeinderat Edi Tauchner auf Anfrage. Wichtig sei ihm, dass der Gemeinderat künftig im Vorfeld über dringende Vergaben informiert werde: „Das wurde uns auch zugesagt!“