Alternative für Abfallwirtschaftsverband gefunden. Grottendorf soll laut Abfallwirtschaftsverband dritter Standort sein. Feistritz‘ Bürgermeister noch zurückhaltend.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:57)
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Obmann Engelbert Pichler vor jener Liegenschaft in Feistritz/ Thomasberg, auf der eines der Zentren entstehen soll.
Philipp Grabner, Philipp Grabner

Für Engelbert Pichler ist ein wahres Großprojekt unter Dach und Fach: Die Errichtung dreier Wertstoffsammelzentren, die den Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes bereits seit Jahren beschäftigt. Geht es nach Pichler, der auch ÖVP-Bürgermeister in Grimmenstein ist, soll bereits in den kommenden Monaten mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Während die Standortfrage für zwei der drei Zentren – in Breitenau direkt beim Reinhalteverband „Grüne Tonne“ sowie in Schlöglmühl bei der Firma FCC – bereits seit längerem geklärt war, bereitete Obmann Engelbert Pichler der Standort im Wechselgebiet ordentliches Kopfzerbrechen: Denn mit Franz List, Aufsichtsratsvorsitzender der Firma F/List mit Sitz in Olbersdorf, hatte sich ein prominenter Unternehmer dezidiert gegen die Liegenschaft im Bereich des Lagerhaus-Technikzentrums ausgesprochen. Er hatte Nachteile für seine Firma befürchtet. Rückendeckung erhielt er dabei auch von Thomasbergs Bürgermeister Engelbert Ringhofer (ÖVP), dem der Standort ebenso missfiel.

Verträge vorerst noch nicht unterzeichnet

Mit einem 7.500 Quadratmeter großen Grundstück im Grenzgebiet von Feistritz am Wechsel und Thomasberg, konkret im Bereich Grottendorf bei der Kläranlage, konnte Pichler zufolge nun aber ein Kompromissstandort gefunden werden. Mündliche Vereinbarungen mit den Grundstücksbesitzern gebe es schon, sagt der Abfallwirtschaftsverband-Obmann – nun müssten „nur noch die Verträge unterzeichnet werden“, sagt er.

In der Verbandsversammlung, in der alle 44 Bezirks-Gemeinden vertreten sind, gab es jedenfalls schon grünes Licht für die Auftragsvergaben für die Zentren: Lediglich Grünbachs Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) und der Vertreter aus St. Egyden am Steinfeld, Umweltgemeinderat Lukas Lechner (ÖVP), stimmten dagegen – nicht wegen der Standortfrage, sondern wegen der gestiegenen Gesamtkosten in der Höhe von rund 5,5 Millionen Euro.

Einer der betroffenen Bürgermeister, Feistritz‘ Franz Sinabel (ÖVP), macht aber keinen Hehl daraus, dass es für ihn noch etliche offene Punkte gibt: „Die Vorgangsweise ist für mich nicht ganz richtig, weil noch etliche Punkte geklärt werden müssen“, sieht er das Projekt noch nicht in trockenen Tüchern. Zwar stelle man sich nicht grundsätzlich gegen das Projekt, „aber ein paar Dinge gehören noch besprochen“, so Sinabel. Dass der ursprüngliche Standort nach Kritik von Unternehmer Franz List verworfen wurde, versteht Sinabel nicht: „Das ist für mich nicht nachvollziehbar!“

Wesentlich entspannter sieht Thomasbergs Bürgermeister Engelbert Ringhofer (ÖVP) den neuen Standort: „Die Lösung passt uns gut, wir müssen zwar ein paar Quadratmeter an Feistritz abgeben, das ist aber kein Problem für uns“, so Ringhofer.

Verbandsobmann Engelbert Pichler begründet die Umsiedelung jedenfalls damit, dass es explizit „Wunsch der Landesregierung“ gewesen sei, Lists Ansinnen nachzugeben und einen neuen Standort zu suchen. Den neuen Platz verteidigt er: „Es ist ein guter Standort!“ Aus dem Büro von ÖVP-Vizelandeshauptmann Pernkopf heißt es dazu, dass der neue Standort „mit den Standortgemeinden“ akkordiert und der Vorschlag auch „aus der Region“ gekommen sei. Nachsatz: „Dieser entspricht allen Kriterien!“

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