Olympia: Judo-„Boom“ nach „Silberner“ in Tokio. Judoclub Wimpassing-Trainer Adi Zeltner über die Auswirkungen, die Michaela Polleres „Silberne“ in Tokio hat.

Von Fritz Hauke. Erstellt am 04. August 2021 (05:56)
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Adi Zeltner mit Michaela Polleres unmittelbar nachdem sie in Wien-Schwechat den Flieger aus Tokio verlassen hatte. 
Hauke

Seit Mittwoch stand sein Handy nicht still. Adi Zeltner, Trainer des JC Wimpassing und der langjährige Begleiter, Förderer, Mentor von Silbermedaillen-Gewinnerin Michaela Polleres. „Mir fehlt es an Worten, wer sich da aller bei mir gerührt hat – quer durch den Sport, aus ganz Österreich, aber auch aus dem privaten und beruflichen Umfeld“, gibt Zeltner einen kurzen Einblick in seine letzten Tage. Für Zeltner als Trainer ist Polleres‘ Erfolg die Krönung eines langen Weges.

„Wir haben Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie bei den Jugend-Spielen – jetzt hat eine von uns auch in der Allgemeinen Klasse eine Medaille geholt“, blickt Zeltner auf eine tolle JC Wimpassing-Historie zurück.

Der Judo-Sport kann und soll die nächsten Jahre von dem „Boom“ profitieren, den Polleres mit Silber und Shamil Borchashvili mit Bronze ausgelöst haben. „Ganz Österreich ist jetzt dankbar. Wir erwarten uns vor allem jetzt nach der Corona-Pause, dass die Neu-Anmeldungen wieder stark nach oben gehen. Bei mir haben sich auch einige ehemalige Leistungssportler gemeldet, dass es sie wieder reizt, mit dem Judo neu anzufangen“, schmunzelt Zeltner, der sich erinnert: „Es gab schon einmal einen vergleichbaren Aufschwung – und zwar als Pepi Reiter und Andreas Seisenbacher mit Medaillen aus Los Angeles 1984 zurückkamen.“

„Mir fehlt es an Worten, wer sich da aller bei mir gerührt haben.“ Trainer Adi Zeltner über die Welle der Begeisterung nach den Erfolgen in Tokio

Er sieht Judo unter den Randsportarten als eine wichtige Säule der österreichischen Medaillen-Hoffnung. „Oft war es ja so, dass im Judo die größten Chancen bei den Sommerspielen bestanden, etwas zu holen. Dass es heuer mit zwei Medaillen auch gelungen ist, ist umso erfreulicher“, so Zeltner weiter.

Wie sehr der Judo-Sport sich aber auch in der Region Beliebtheit erfreut, wurde am Samstag wieder deutlich. „Eine tolle Sache, dass so viele Leute aus Ternitz und vom JC Wimpassing nach Schwechat zum Flughafen gekommen sind und auch das Fest am Neunkirchner Hauptlatz war ein Traum“, meint Zeltner weiter.

Polleres Erfolg soll aber nicht nur im Breitensport und im Nachwuchs strahlen, sondern auch im engsten sportlichen Umfeld wirken. „Das Ziel ist es, für Paris 2024 das komplette Quintett hinzuschicken – und zwar nicht nur Michaela Polleres, sondern auch ihre beiden Trainingspartner Marlene Hunger und Lisa Grabner und bei den Herren Lukas Reiter und Aaron Fara“, hat Zeltner in den nächsten Jahren weiter viel vor.

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