Labor-Ambulanz im Klinikum bleibt zu. Künftig wird es keine Laboruntersuchungen mehr für zugewiesene Patienten im Klinikum geben.

Von Sandra Frank. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:07)
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„Die Laborambulanz des Landesklinikums in Mistelbach bleibt auch weiterhin für externe Patienten geschlossen, da es keinen öffentlichen Versorgungsauftrag für Personen gibt, die im Klinikum weder in einer ambulanten noch in einer stationären Behandlung stehen“, heißt es auf NÖN-Anfrage.

Service durch Corona-Pandemie gestoppt

Mit Beginn der Corona-Pandemie war das Service für Patienten aus dem niedergelassenen Bereich gestoppt worden, bei dem von Praktikern zugewiesenen Patienten Blutlaboruntersuchengen gemacht wurden. Damals, um das Labor des Klinikums zu entlasten, das mit den Corona-Tests ohnehin überlastet war. Jetzt hat sich die Corona-Lage zwar entspannt, angeboten wird dieses Service weiter nicht: „Es besteht kein Vertrag mit der Österreichischen Gesundheitskasse über ambulante Laborleistungen, sodass diese Leistungen für den Nicht-Spitalbereich nicht angeboten werden können“, heißt es in der Anfragebeantwortung. Untersucht werden nur noch Proben von stationären Patienten.

In anderen Regionen sei es gelebte Praxis, dass Blutabnahmen in den Kassenordinationen durchgeführt würden und die Blutproben dann zur Durchführung der Diagnostik an Laborinstitute im Nicht-Spitalbereich übermittelt werden. „Es ist daher Mistelbach der einzige Bezirk in NÖ, wo das Klinikum unbezahlt ambulante Blutabnahmen für den niedergelassenen Bereich durchgeführt hat. Diese Leistungen werden ab sofort wieder an die dafür zuständigen Stellen rückgeführt“, sagt Klink-Sprecherin Barbara Schindler-Pfabigan.

Klinik: „Eine in ganz NÖ gelebte Praxis“

Die Verunsicherung der Patienten verstehe man im Landesklinikum Mistelbach. „Doch stellt die neue Vorgangsweise, in ganz NÖ gelebte Praxis, keine Verschlechterung der Versorgung, sondern lediglich eine Änderung der Ansprechpartner dar“, stellt Schindler-Pfabigan klar.

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Unverständnis bei Bürgermeister Erich Stubenvoll für die Entscheidung der Gesundheitsagentur Weinviertel: „Das ist für viele Patienten verheerend.“
Josef Schimmer, Josef Schimmer

Enttäuscht und verständnislos reagiert Mistelbachs Bürgermeister Erich Stubenvoll (ÖVP): „Der Zeitpunkt der Schließung der Labor-Ambulanz zu Beginn der Pandemie war für viele Patienten verheerend.“ Nach Entspannung der Pandemie sollte schnellstmöglich die Labor-Ambulanz im Klinikum wieder geöffnet werden, bis eine nachhaltige Lösung – beispielsweise ein Kassenvertrag für eine private Laboreinrichtung – gefunden wurde. „Ich erwarte mir hier Hilfe und nicht ein Austragen der Kosten-Diskussion am Rücken der Weinviertler Patienten“, so der Bürgermeister der Bezirkshauptstadt.

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