Kreuzstetten: Empfang für die Goldene Anna. Anna Kiesenhofer ist nach ihrem Gold-Coup bei den Olympischen Spielen in Tokio wieder nach Österreich zurückgekehrt. Die Niederösterreicherin landete am Dienstagabend überpünktlich um 21.15 Uhr am Flughafen Wien-Schwechat, erste Gratulationen gab es von der Familie. Für Kiesenhofer ging es danach weiter in ihren Heimatort Niederkreuzstetten, wo noch ein Empfang stattfand.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 28. Juli 2021 (06:38)

Mit lauten Anna-Sprechchören begrüßte Kreuzstetten seine Goldene Olympiasiegerin: Anna Kiesenhofer, die im Straßen-Radrennen bei Olympia in Tokio Gold geholt hatte, kehrte am Mittwoch in die Heimat zurück und wurde von den Kreuzstettnern begeistert vor dem Rathaus empfangen.

Wobei: Die Olypionikin hatte da schon eine 30-stündige Rückreise hinter sich. „Sie ist wirklich müde und will nur noch ins Bett“, sagte Bürgermeister Adi Viktorik, der der derzeit wohl bekanntesten Kreuzstettnerin versprochen hatte, den Empfang in der Heimat kurz zu halten: „Ich bin sprachlos, wie viele da gekommen sind“, freute sich Anna Kiesenhofer, als die dann kurz nach 23 Uhr aus dem Bustaxi stieg, das sie vom Flughafen ins heimatliche Kreuzstetten gebracht hatte: „Eigentlich sollte ich jetzt gescheite Worte sprechen. In meinen Kopf ist aber noch so viel Chaos, dass die gescheiten Worte noch warten müssen“, lachte Kiesenhofer.

Wilfing begleitete Kiesenhofer am Hometrainer

Über 350 Leute waren gekommen, um sie trotz vorgerückter Stunde zu begrüßen, Nationalrätin Melanie Erasim fasste ihre Freude in Worte: „Heimat bist du großer Töchter!“ Als Geschenk zum Erfolg stellte sie sich mit einer Baumspende ein: Im Ort wird eine Goldulme gepflanzt werden, die nachhaltig an Anna Kiesenhofer und ihren Erfolg erinnern soll. Landtagspräsident Karl Wilfing stellte sich mit einer Flasche „Goldstück“, Sekt mit Goldflitter darin, ein, Weinviertel-Tourismus-Obmann und Landtagsabgeordneter Kurt Hackl überreichte der in der Schweiz lebenden Mathematikerin und Sportlerin einen Weinviertel-Janker, damit sie auch kleidungstechisch Weinviertel zeigen kann.

„Als ich am Sonntag um 8 Uhr in der Früh gehört habe, dass sich eine Fünfergruppe beim Straßenrennen abgesetzt hat und du dabei bist, habe ich mich auf den Hometrainer gesetzt und hab dich am Rad bis ins Ziel begleitet“, erzählte Wilfing.

„Ich bin extrem stolz auf dich“, attestierte auch Pfarrer Helmut Scheer, der gestand, dass er die Laufbahn und Karriere von Anna immer verfolge: Immerhin war sie einmal Ministrantin bei ihm gewesen.

Als Gratulant stelle sich auch SPÖ-Sportsprecher Landtagsabgeordneter Rainer Windholz ein, der MV Kreuzstetten sorgte für die musikalische Begleitung.

Der Empfang mit Freibier und Gratisgetränken dauerte noch weit bis nach Mitternacht, da waren Anna Kiesenhofer, ihre Mutter Christine und Schwester Jutta schon längst ins elterliche Heim weitergefahren. Denn, so war oft zu hören: „So schnell werden wir einen Empfang für eine Olympia-Siegerin aus dem Weinviertel nicht mehr erleben.“

"Ich freue mich darauf, auszuschlafen und mich wieder fit zu fühlen" Anna Kiesenhofer

Ihre Goldfahrt im olympischen Rad-Straßenrennen am Sonntag hat Kiesenhofer bisher noch nicht zur Gänze genossen. "Ich habe das Rennen noch nicht angeschaut, nur Ausschnitte bei Interviews", berichtete sie bei ihrer Ankunft in Wien-Schwechat. Ihr Gefühl dabei? "Krass. Mir sind immer die Tränen gekommen." Zumindest habe sie sich in den vergangenen Tagen an den Rummel um ihre Person "schon ein wenig gewöhnt". Am Flughafen warteten eine Handvoll Kamerateams, einige Zaungäste spendeten Applaus. An die große Glocke hatte das ÖOC die Rückkehr von Kiesenhofer nicht gehängt.

Goldmedaillengewinnerin Anna Kiesenhofer
Goldmedaillengewinnerin Anna Kiesenhofer bei ihrer Rückkehr aus Tokio am Flughafen Schwechat.
APA/HERBERT NEUBAUER

In den kommenden Tagen soll in der Heimat nun einmal Entspannung am Programm ganz oben stehen. Auf das Rad zu steigen ist eingeplant. "Ich muss einmal schauen, ob ich gemütlich, ohne aufgehalten zu werden, fahren kann", meinte die 30-Jährige. Ihre Arbeit an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne darf warten. Die Universität habe Verständnis dafür, dass sie nun einmal eine Pause einlegt, erklärte die Mathematikerin. Sie lebt seit rund drei Jahren in der Schweiz.