Militärkommandant Jawurek: „Ohne Miliz geht es nicht“. Nach mehr als einem Jahr Pause gab es wieder einen Festakt für die neuen Rekruten.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 27. Juli 2021 (11:29)

Lange musste die Bolfraskaserne darauf warten, umso schöner war dann der Festakt am vergangenen Freitag: Exakt 100 Rekruten wurden, Corona-bedingt nach mehr als einem Jahr Pause, feierlich angelobt. Die engsten Familienmitglieder und die Ausbildner konnten dabei sein, als sie ihr Treuegelöbnis auf die Republik Österreich sprachen, ebenso wie die Festgäste, die die Notwendigkeit des Bundesheeres betonten.

„Ihr seid unsere Sicherheitsgarantie, unsere Versicherungspolizze. Ihr seid da, wenn Not am Mann ist und Hilfe dringend benötigt wird“, erinnerte NR-Abgeordneter Andreas Minnich in seiner Rede an die Ereignisse der letzten Jahre. Und tatsächlich werden die Aufgaben des Bundesheeres immer breiter; ob Terroranschlag, Auslandseinsätze, Coronapandemie, Unwetterkata-strophen oder Grenzeinsätze, „ohne Miliz geht es nicht“, brachte es NÖ-Militärkommandant Martin Jawurek auf den Punkt.

Doch nicht nur die jungen Rekruten, die ihre Basisausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und diese Woche zum Teil in die Kasernen Mautern und Strass weiterziehen, wurden gefeiert. Auch dem Sicherungseinsatz an der Grenze zu Jugoslawien vor 30 Jahren wurde gedacht. Damals waren mehr als 7.500 Soldaten im Grenzbereich des heutigen Sloweniens im Einsatz, um Österreich vor Übergriffen zu schützen und Flüchtenden und Opfern zu helfen. Es kam zu Kämpfen zwischen den slowenischen Freiheitskämpfern und der jugoslawischen Volksarmee, die sich in unmittelbarer Nähe der österreichischen Einsatzkräfte abspielten. „Es gab damals Momente, da war mir nicht wohl. Ab uns zu ist uns wirklich der Reis gegangen“, erinnert sich Kasernenkommandant Hans-Peter Hohlweg, der im Juni 1991 selbst im Einsatz stand.