Kein Corona-Ausgleichsbonus für "Maximahl"-Betreiber. Durch Lücke im System verliert Betreiber des Ybbser Maximahl, Max Dienstbier, knapp 50.000 Euro an Hilfsgeldern.

Von Markus Glück. Erstellt am 04. August 2021 (04:41)
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Max Dienstbier zeigt sich über die Verordnungslücke verärgert.
Markus Glück

Der Ybbser Gastronom Max Dienstbier ist verzweifelt. Für den von der Regierung angeordneten Corona-Lockdown von März bis Mai 2021 hat der Betreiber des Maximahls noch keinen Ausgleichsbonus erhalten. Dabei geht es um eine Summe von rund 50.000 Euro.

Der Grund ist eine Lücke in der Verordnung, wie Dienstbier erklärt: „Da ich das Maximahl erst im November 2019 eröffnet habe, gibt es keine Vergleichswerte aus dem Frühjahr 2019. Erschwerend kommt hinzu, dass 2019 nur die kleinen Umsätze von meiner damaligen Bar, dem Ybbserl, verbucht sind. Ich bin also der Sonderfall vom Sonderfall.“

Wenig erfreulich für den Ausfall von Dienstbier war für ihn auch die Erklärung eines COVAG-Mitarbeiters (Anm.: COVID-19-Finanzierungsagentur der Bundes GmbH). „Man hat mir erklärt, dass das Geld wie im Gießkannenprinzip gestreut wurde. Einige haben viel, manche gar nix bekommen. Auch ohne dem Geld werde ich es wirtschaftlich schaffen, dennoch steht mir die Ausgleichszahlung zu“, ärgert sich Dienstbier.

Mit seinem Anliegen wandte sich Dienstbier auch an Abgeordnete von ÖVP und SPÖ, an das zuständige Ministerium und an Wirtevertreter Mario Pulker. „Es wurde in der Verordnung auf die Leute vergessen, deren Betriebe in der Pandemie gewachsen sind“, glaubt Dienstbier.

Dienstbiers Fall fand zuletzt auch Eingang in eine Parlamentsrede des Ybbser Nationalratsabgeordneten Alois Schroll (SPÖ). Schroll selbst sind in den Bezirken Scheibbs, Amstetten und Melk insgesamt sechs derartige Härtefälle bekannt. „ Die Betriebe wurden behördlich geschlossen, dennoch fallen sie wegen einer Lücke im System aus dem Fördertopf. Hier ist ein Fehler passiert, der dringend korrigiert gehört“, betont Schroll.

Nachdem Schroll den Ybbser Fall im Parlament schilderte, fand ein Erstgespräch mit Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) statt, auch ein Gespräch zwischen Schroll und der zuständigen Sektionschefin im Ministerium fand statt. „Köstinger hat mir gegenüber zugegeben, dass hier evaluiert werden muss“, sagt Schroll, der den Fall auch im zuständigen Wirtschaftsausschuss des Parlaments einbrachte. „Es ist wichtig, dass wir das dort zum Thema machen. Die Verordnung gehört rasch evaluiert“, betont Schroll.

„Die Betriebe wurden behördlich geschlossen, dennoch fallen sie wegen einer Lücke im System aus dem Fördertopf.“ Alois Schroll, Abgeordneter

Nachgefragt im zuständigen Ministerium für Tourismus, Regionen und Umwelt von Elisabeth Köstinger (ÖVP) betont ein Sprecher, dass es aus Datenschutzgründen schwierig ist, den Fall des Wirtes genau zu bewerten.