Gastro in Melk: „Es fehlt klare Linie“. Der Sommer bringt Zufriedenheit, aber auch Schwierigkeiten. Besonders die 3-G-Regel sorgt für Unklarheit.

Von Lisa Schinagl. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:32)

Der Gastgarten gedeckt, das Kotelett bereits am Grill und die 3-G-Regel überprüft – von einem Sommer wie damals können Gastronomen dieses Jahr wohl kaum sprechen. Etwa die Überprüfung der 3-G-Regeln und verschärften Kontrollen stellen Gastronomen vor immer neue Herausforderungen. Die Zufriedenheit, dass endlich wieder geöffnet sein kann, überwiegt dennoch.

„Wir sind glücklich, dass die Leute wieder gerne ins Gasthaus gehen“ Dietmar Schöner

Im Gasthaus Riedl-Schöner in Mank herrscht Optimismus: „Wir sind glücklich, dass die Leute wieder gerne ins Gasthaus gehen“, erzählt Chef Dietmar Schöner. Die Durchführung der Kontrollen des 3-G-Nachweises funktioniere sehr gut und auch die Mitarbeiter seien motiviert.

Die Ungewissheit rund um die 3-G-Regeln, sei für die Branche derzeit jedoch besonders herausfordernd. Schöner vermisst die „klare Linie“, denn bei der Überprüfung des 3-G-Nachweises „kann sich der Status laufend ändern“, es herrsche daher Unklarheit über „was gilt und was nicht“.

Seit Kurzem ist es Behörden erlaubt, Organmandate auszustellen, falls Gäste den entsprechenden 3-G-Nachweis nicht vorweisen können. Für Schöner sei es dabei nicht förderlich, „alles auf die Gastronomie abzuwälzen“. Er betont, dass die jetzigen Regeln gut zu bewerkstelligen sind und die Sicherheit der Gäste in seinem Gasthof ebenso gegeben sei.

„Es gibt viele verschiedene Zertifikate und man muss ständig zwischen Handy und Zettel wechseln.“ Rene Reinmüller

Rene Reinmüller, Chef des Rathauskellers in Melk, spricht ebenfalls von mangelnder Unklarheit bei der Überprüfung des 3-G-Nachweises: „Es gibt viele verschiedene Zertifikate und man muss ständig zwischen Handy und Zettel wechseln.“ Dazu käme in seinem Fall, eines Gasthauses in einem Tourismushort, noch die Schwierigkeit verschiedener Sprachen, was die Kontrolle zusätzlich verkompliziert.

Obgleich zurzeit vermehrt österreichische Gäste in sein Restaurant kommen, finden sich immer wieder Touristen aus den Nachbarländern ein. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt der internationale Tourismus aber gering aus, schildert er. Die altbekannten „Festl“, zumeist von Vereinen organisiert, sind auch in diesem Sommer vergleichsweise wenig anzutreffen. Für die Gastronomie ergibt sich daraus ein kleiner Vorteil. Reinmüller meint, dass dies für die Branche spürbar ist, denn dem einheimischen Gast „bleibt somit nur die Gastronomie“.

Auch im Babenbergerhof in Ybbs herrscht Zufriedenheit mit der derzeitigen Situation. Chefin Karin Gruber-Rosenberger beschreibt, dass „sich zwar einiges verändert hat, die Situation deswegen aber nicht so viel schlechter ist.“ Der Wegfall des Mundnasenschutzes sei laut ihr eine Erleichterung gewesen, dennoch setzt das Gasthaus auf die Initiative „Sichere Gastfreundschaft“.

Obwohl der Großteil ihrer Mitarbeiter bereits geimpft ist, werden diese wöchentlich mittels PCR-Test getestet, erklärt die Chefin. Auch kleinere Veranstaltungen seien bereits möglich. Die Nachfrage nach Seminaren sei ebenso sehr gut, denn „viele holen nach, was vorher nicht stattfinden konnte“, gibt Gruber-Rosenberger zu verstehen.

Personalmangel bleibt derzeit größtes Problem

Die Herausforderung Nummer Eins“ in der Branche sei aber die Personalsituation, bedauert Schöner. Kürzlich konnten immer wieder Berufsspartenwechsel während der Pandemie festgestellt werden, wobei Mitarbeiter über Monate hinweg in Kurzarbeit waren.

Aus dieser ergebe sich für ihn die Herausforderung: „Viele haben durch die Kurzarbeit nur 40 Prozent gearbeitet, nun werden sie plötzlich wieder 100 Prozent eingesetzt.“ In den betroffenen Branchen sind dadurch auch Folgeschäden nicht auszuschließen. Seine Mitarbeiter konnte Schöner aber halten.

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