Persenbeuger Sparkassen-Filiale trotz Klage verkauft. Ob die Schließung der Sparkasse rechtens war, entscheidet nun das Gericht. Die Gemeinde brachte Klage ein – während der Prozess läuft, wurde Ex-Bank verkauft.

Von Denise Schweiger und Markus Glück. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:46)
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Das Gebäude der Sparkasse wurde verkauft. Der Rechtsstreit zwischen der Gemeinde und der Bank ist weiterhin offen.
Schweiger, Schweiger

Mitte September 2020 wurde die Persenbeuger Sparkassen-Filiale geschlossen. Nicht ohne Aufschrei: Denn laut der Gemeinde war die Schließung des Gebäudes nicht rechtens, ein Vertragsbruch. Man beruft sich auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1991, die den Weiterbestand der Filiale unbegrenzt sichern soll. Gespräche zwischen den beiden Parteien blieben erfolglos – die Gemeinde brachte infolgedessen schließlich eine Klage gegen die Sparkasse ein. Wie dieser ausgehen wird, steht noch in den Sternen. Aber für das ehemalige Sparkassen-Gebäude gibt‘s einen neuen Eigentümer.

Zuschlag für Kauf für Verlagshaus Schmutz GmbH

Der Zuschlag für den Kauf der Ex-Bankfiliale hat das Verlagshaus Schmutz GmbH erhalten. Wie die Sparksasse informiert, sollen demnächst kleinere Renovierungs- und Adaptierungsarbeiten beginnen, danach soll die Liegenschaft neu vermietet werden. Was ebenso betont wird: Im SB-Foyer stehen für die Sparkassen-Kunden die Einrichtungen und Geräte rund um die Uhr und frei zugänglich zur Verfügung.

„Im Herbst soll es einen Termin beim Gericht geben“ Bürgermeister Gerhard Leeb

Schön und gut – aber was passiert, wenn die Gemeinde vor Gericht gewinnt und die Schließung tatsächlich nicht rechtens war? Das fragt sich auch SPÖ-Bürgermeister Gerhard Leeb. „Im Herbst soll es einen Termin beim Gericht geben. Ob das nun durch den Verkauf des Gebäudes für die Sparkasse problematisch werden kann, weiß ich nicht. Aber sie dürften sich sehr sicher sein, dass sie im Recht sind.“

Bei der Sparkasse betont Vorstandsdirektor Peter Hronek, dass der Verkauf der Immobilie völlig unabhängig von den Dienstleistungen der Sparkasse zu sehen sind: „Die Örtlichkeit hängt nicht mit der Erbringung der Dienstleistungen zusammen“, meint Hronek. Er verweist zudem darauf, dass man sich mit der Gemeinde in einem laufenden Gerichtsverfahren befinde und die Sparkasse dabei die beklagte Partei sei.