Ursula Strauss: Ihr "NÖN-Leopold" bleibt in Pöchlarn!. Seit vergangener Woche hat Film- und Fernseh-Star und Pöchlarnerin Ursula Strauss ihren ersten NÖN-Leopold. Und freute sich darüber bei Sonne und Sekt „riesig“.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 11. November 2020 (04:27)
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Leopold mit Aussicht: Preisträgerin Ursula Strauss mit Mama Liselotte, NÖN-Chefredakteur Walter Fahrnberger und NÖN-Kultur-Ressortleiterin Michaela Fleck vor der Wachauer Nase an der Fährstation St. Lorenz, am anderen Donauufer: Weißenkirchen.
Erich Marschik

„Die anderen sind eh in Wien. Aber der, der bleibt jetzt in Pöchlarn!“ Stellte Liselotte Strauss klar. Denn: Der jüngste Preis, den Tochter Ursula vergangene Woche mit nach Hause – also: mit nach Pöchlarn – nahm, der gehöre nach Niederösterreich. Schließlich heißt er nicht umsonst nach Niederösterreichs Landespatron. Und ehrt schon seit dem Jahr 2000 Niederösterreichs besondere Persönlichkeiten.

In der Kategorie Kultur, einer von sieben, in denen die NÖN ihren Leopold heuer vergeben hat, ist das 2020 Ursula Strauss. Die hat erst im Mai ihre schon fünfte Romy und erst im März den Großen Schauspielpreis der Grazer Diagonale bekommen. Aber: Begonnen hat alles ganz woanders. Nämlich in Pöchlarn.

„Gerade in dieser Zeit fühl’ ich mich umso beglückter, dass ich so einen schönen Moment erleben darf!“ Ursula Strauss bei der Übergabe des NÖN-Leopold 2020 in der Kategorie Kultur

Dort spielte Ursula „seit ich denken kann“ mit allem, was sie in die Finger bekam. Das erste Mal aufgetreten ist die 1974 Geborene „bei den Pfadfindern“, und zwar als Maria beim Krippenspiel. Auch wenn sie davor „unglaublich aufgeregt“ war, fühlte sie sich bald auf der Bühne „sicherer als im Alltag“. Dass sie Schauspielerin werden wollte, gestand sich die „Schüchterne“ erst mit 17 ein. Da aber „mit einer derartigen Wucht“, dass es ihr „nicht mehr möglich war“, den Gedanken an die Schauspielerei zu ignorieren.

Gespielt hat sie viel seither. Am Volkstheater, wo sie auch die Schauspielschule besuchte, bei den Melker Sommerspielen, wo sie 2004 als „Mädchen“ in Umberto Ecos „Der Name der Rose“ eine ihrer ersten Hauptrollen spielte, im Gossamer Hoftheater und in der St. Pöltner Bühne im Hof, in der Josefstadt, in Kiel, in Köln, in Klagenfurt.

Ihre erste große Filmrolle spielte sie 2003 in Barbara Alberts „Böse Zellen“, weitere folgten in Götz Spielmanns „Revanche“ 2008 oder Elisabeth Scharangs „Vielleicht in einem anderen Leben“. Seit 2009 ermittelt sie im ORF-Hauptabendprogramm als Chefinspektorin Angelika Schnell – höchst erfolgreich und mittlerweile schon in der siebenten Staffel. Drei Jahre später hob sie ihr kleines, feines, herbstliches Kulturfestival „Wachau in Echtzeit“ aus der Taufe, noch ein Jahr später übernahm sie mit Oscar-Preisträger und Klosterneuburger Stefan Ruzowitzky die Präsidentschaft in Österreichs Filmakademie. Und heuer, im Februar, brachte sie ihr erstes Album heraus, „Wüdnis“, von und mit Ernst Molden.

Und der Leopold? Der bekommt, nachdem er mit Sekt im Sonnenschein am Fuße der Wachauer Nase, an der seine Preisträgerin auch schon mit ihrem Festival Station gemacht hat, übergeben wurde, „einen besonderen Platz. Ich bin sehr dankbar dafür!“