Nach Unwetter Katastrophen-Szenario im Bezirk Krems. Am frühen Sonntagnachmittag ging im Bezirk Krems ein schweres Gewitter nieder, innerhalb von zwei Stunden regnete es an die 150 Liter pro Quadratmeter geregnet. Entsprechend dramatisch stellt sich die Lage dar.

Von Redaktion NÖN.at. Update am 19. Juli 2021 (10:25)

Die Folge des Unwetters waren laut einer Aussendung des BFK (Bezirksfeuerwehrkommandos) Krems "reißende Bäche, die sich aufgrund der Wassermassen gebildet haben und durch die Straßen der betroffenen Ortschaften Eggendorf, Höbenbach, Hörfarth, Meidling im Tal und Paudorf gerauscht sind". 

Bewohnerinnen und Bewohner waren in ihren Häusern eingeschlossen, selbst die Feuerwehr in Höbenbach war festgesessen und konnte nicht ausrücken.

Update: fast 800 Florianis aus 60 Wehren im Einsatz

Besonders betroffen waren Stand 21 Uhr am Sonntagabend neben den oben genannten Ortschaften auch noch Furth bei Göttweig und Steinaweg. Im Einsatz standen fast 800 Feuerwehrleute aus 60 Feuerwehren, darunter sind drei Katastrophenhilfsdienst-Züge aus Gföhl, Langenlois und dem Bezirk Tulln. 

Auch Feuerwehrtaucher der Tauchgruppe Nord sind an Ort und Stelle. Sie haben unter anderem bei Furth einen Container gesichert, der von den Wassermasser der Fladnitz mitgerissen worden war. Dadurch konnte verhindert werden, dass der Container weiter abgetrieben wird und eine der nachfolgenden Brücken beschädigt. Bei Steinaweg haben sie fünf Pferde gerettet, die in ihrer Koppel eingeschlossen waren.

"Mit Entspannung frühestens am Montag zu rechnen"

Gegen 13.30 Uhr war in der Region ein schweres Gewitter niedergegangen. Innerhalb von zwei Stunden hat es an die 150 Liter pro Quadratmeter geregnet. Die Folge waren reißende Bäche, die sich aufgrund der Wassermassen gebildet haben und durch die Straßen der betroffenen Ortschaften gerauscht sind. Bewohnerinnen und Bewohner waren in ihren Häusern eingeschlossen, selbst die Feuerwehr in Höbenbach ist festgesessen und konnte nicht ausrücken.

Nach wie vor sind die Freiwilligen Helferinnen und Helfer damit beschäftigt, Keller auszupumpen und Straßen von Muren zu befreien. Im Einsatz sind auch sechs Großpumpen aus Krems, Tulln und St. Pölten, die pro Stunde jeweils 200.000 Liter Wasser fördern können. Auch Feuerwehrzillen wurden ins Krisengebiet gebracht und stehen im Einsatz.

Im Hinblick auf den Pegel der Donau kann vorerst keine Entwarnung gegeben werden, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer: "Noch ist der Pegel im Steigen. Die Feuerwehren entlang der Donau haben bereits vorgesorgt bzw. treffen im Moment die notwendigen Maßnahmen. Mit einer Entspannung der Lage ist frühestens am Montag zu rechnen." Die Donau führt derzeit ein zwei- bis fünfjährliches Hochwasser.