Paudorf, Furth: Schadensaufnahme ist im Laufen. Schadenskommissionen begutachten in Furth und Paudorf rund 240 Objekte. Fladnitz-Hochwasserschutz noch kein Thema.

Von Melanie Geyer und Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. Juli 2021 (06:54)

Hilfe aus dem sogenannten NPO-Fonds (Fonds für Non Profit-Organisationen, Anm.) versprach Bundesministerin Elisabeth Köstinger den Feuerwehren bei einem Besuch in Paudorf. Beim großen Hochwasser-Einsatz am 18. Juli waren die Wehren der Katastrophen-Gemeinden Paudorf und Furth-Göttweig teilweise selbst geschädigt worden.

Beim Lokalaugenschein im FF-Haus zeigte Kommandant Johannes Lechner dem Gast die Schäden, die die Fladnitz im Untergeschoß angerichtet hat. Feuerwehr-Landeskommandant Dietmar Fahrafellner bedankte sich für die Hilfe aus der Politik, die den Wehren zuteilwerde, äußerte aber auch Ersuchen wie jenes um bundesweite Rückvergütung der Mehrwertsteuer bei FF-Anschaffungen, wie sie in NÖ bereits praktiziert wird.

„Bei 140 bis 200 Millilitern Niederschlag in zwei Stunden hält kaum ein Hochwasserschutz stand“, stellt der Paudorfer Bürgermeister Martin Rennhofer auf NÖN-Anfrage zum jüngsten Hochwasser-Ereignis in seiner Gemeinde fest. Der Einzugsbereich der Fladnitz sei sehr gut vor solchen Katastrophen geschützt, es habe auch immer gut funktioniert, doch „als das Wasser immer mehr wurde, fehlte einfach der Platz“.

Jeweils knapp 120 Objekte beschädigt

In der Gemeinde Paudorf begannen die Schadenskommissionen am 22. Juli mit den Erhebungen der privaten Schäden, bei denen rund 120 Objekte betroffen sind. In Furth, so Bürgermeisterin Gudrun Berger, wird von ca. 80 bis 120 Objekten gesprochen. Über eine Schadenshöhe können beide noch keine Auskunft geben, da die Kommissionen noch unterwegs sind. Alleine in Paudorf liegt aber beispielsweise der Schaden an Güterwegen bei 150.000 Euro.

In Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Infrastruktur. In Furth gibt es Schäden an Keller und Werkräumen der Mittelschule, aber auch an Straßen und Kanälen. In Paudorf litten das Gemeindeamt, das Feuerwehrhaus, die Volksschule und die Kanäle. Die beiden Bürgermeister selbst sind persönlich zum Glück nicht betroffen.

„Im Moment hat die Schadensbehebung Priorität.“ Gudrun Berger

Zusätzliche Regulierungen seien zurzeit dennoch weder in Paudorf noch in Furth geplant. Diese Überlegungen werden nach hinten verschoben. Berger: „Im Moment hat die Schadensbehebung Priorität.“ Rennhofer betont aber, dass er mit den Anrainern von Hörfarth und Meidling sprechen möchte, um sich Vorschläge einzuholen.

„Der Zusammenhalt der Leute ist wunderbar, und die Arbeit der Feuerwehren ist grandios!“, lobt Bürgermeisterin Berger. „Gott sei Dank sind keine Personen zu Schaden gekommen.“