Klosterneuburger Pionierviertel als Bildungscluster?. Als „Bildungsstadträtin ohne Visionen“ bezeichnet die FPÖ Stadträtin Eder (VP). Sie kontert: „Setzen Bildungskonzept um.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 04. August 2021 (04:07)
440_0008_8142178_klo01_04_warum_eder_t2170115_02.jpg
Wehrt sich gegen die Angriffe von FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko: Bildungsstadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP).
NÖN

In der letzten Gemeinderatssitzung meinte Stadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP) in ihrer Wortmeldung, die von der FPÖ geforderte Umwidmung des Kasernenareals in Bauland-Sondergebiet/Bildungseinrichtungen sei nicht sinnvoll, weil es im nahen Wien „einen Blumenstrauß an Bildungseinrichtungen“ gebe. Das sorgt für Verwunderung bei FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko. Nach Ansicht des freiheitlichen Stadtrates verharre die ÖVP in der Einfallslosigkeit der letzten Jahrzehnte und habe keinerlei zukunftsträchtige Visionen für Klosterneuburg.

Pitschko: „Folgt man dem Blumenstrauß-Konzept der ÖVP-Bildungsstadträtin, können wir Klosterneuburg zusperren und die Stadt den Grundstücksspekulanten und Immobilienentwicklern für Wohnklötze überlassen.“ Das nahe Wien hätte nämlich auch Blumensträuße an Kultureinrichtungen, Freizeitangeboten und Einkaufszentren.

„Folgt man dem Blumenstrauß-Konzept der ÖVP-Bildungsstadträtin, können wir Klosterneuburg zusperren und die Stadt den Grundstücksspekulanten und Immobilienentwicklern für Wohnklötze überlassen.“

„Da könnten wir dann alles zusperren und die Klosterneuburger nach Wien verweisen. Es stellt sich nur die Frage, wo dann die Schulen und Kindergärten gebaut werden, wenn die Wohnklötze besiedelt sind“, so Pitschko. Laut der ÖVP-Bildungsstadträtin hätte es aber lediglich beim Kindergarten Kritzendorf ein Standortproblem gegeben. Dieser Kindergarten sei auf einem teuren fremden Baurechtsgrund errichtet worden. Pitschko: „Sie ignoriert, dass auch der geplante Kindergarten in der Weidlinger Straße auf fremden Grund errichtet und von der Gemeinde gemietet wird.“ Nach Ansicht des FPÖ-Stadtrats sollte die ÖVP-Bildungsstadträtin ernsthafte Überlegungen anstellen, ob sie als Technikerin mit dem Schulressort das für sie geeignete Aufgabengebiet übernommen habe.

„Die VP steht klar hinter ihrem Antrag, im Pionierviertel Bildungseinrichtungen anzusiedeln.“ Maria Theresia Eder, Bildungsstadträtin, ÖVP

„Ich freue mich sehr, dass die FPÖ sich endlich auch Gedanken über die Bildungszukunft unserer Kinder macht, möchte aber klarstellen, dass die ÖVP Klosterneuburg auch ganz klar für mögliche Umwidmungen in Bauland Sondergebiet/Bildungseinrichtungen in Klosterneuburg steht, wenn es notwendig, richtig und sinnvoll ist“, kontert Bildungsstadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP). Die Umwidmung des gesamten ehemaligen Kasernenareals für Bildungseinrichtungen, ohne einen einzigen Kommentar zur Verkehrsentwicklung, scheint ihr aber maßlos übertrieben. Vielmehr sei es Ziel der ÖVP Klosterneuburg, auch im Pionierviertel ein breites Spektrum an Bildung, Wirtschaft und mehr anzusiedeln. Eder: „Die VP steht klar hinter ihrem Antrag, auch im Pionierviertel zukünftig Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel das zweite Gymnasium, anzusiedeln.“

Klosterneuburg habe sich in den letzten Jahren während ihrer Tätigkeit als Bildungsstadträtin als Bildungs- und Wissenschaftsstadt etabliert. „Die Unschärfe der Aussagen von FP-Stadtrat Pitschko ist sowohl in der unrichtigen Angabe meiner Tätigkeit als auch in der falschen Darstellung meiner Aussagen – da wir in Klosterneuburg gemessen an der Größe und Lage der Stadt ein enormes Bildungsangebot haben – ersichtlich“, so Eder weiter. An der Umsetzung des von ihr initiierten Bildungskonzeptes mit den Visionen für die Entwicklung der Bildungslandschaft werde seit Jahren mit allen Beteiligten akribisch gearbeitet. Sie sei aber – wie auch in der Vergangenheit – auch in Zukunft für Ideen und Gespräche offen.

Umfrage beendet

  • Hat Klosterneuburg genug Bildungseinrichtungen?