Zufriedene Wirte: „Meine Gäste sind mir treu“. Klosterneuburg: Selbst in Corona-Zeiten haben Familien-Gasthäuser keine Angst vor der Zukunft. Sie setzen auf ihre Stammgäste.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:00)
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Trotz Corona zeigt sich auch Leopold Offmüller vom „Gasthaus am Silbersee“ zufrieden. Mit dem Tagesgeschäft und den eigenen Festen hält er sich auch in Krisenzeiten gut über Wasser.
Hornstein, Hornstein

Von den wenigen Wirtshäusern, die es in den Ortsteilen Klosterneuburgs noch gibt, halten im Donautal das Gasthaus Elisabeth Kutscha in Höflein und Leopold Offmüller mit seinem „Gasthaus am Silbersee“ in Kritzendorf die Stellung. Trotz Pandemie und all ihren Einschränkungen zeigen sie sich nicht unzufrieden. Wirtin Elisabeth Kutscha: „Ich lebe von meinen Stammgästen, und meine Stammgäste sind treu.“

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Hält die Stellung im Gasthaus Kutscha als letztes Glied im Familienbetrieb: Elisabeth Kutscha.
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Viel hat sich durch Corona bei Elisabeth Kutscha nicht geändert, sagt sie selbst. Ihre geröstete Leber ist noch immer das absolute Highlight aus ihrer Küche, die ausnahmslos Hausmannskost auf die Teller zaubert. Und ihr Lokal ist besonders zu Mittag immer voll. Froh ist sie dennoch, dass die Einschränkungen nun auf ein Mindestmaß gefallen sind: „Gott sei Dank gibt es keine Maskenpflicht mehr. Das hat die Leute schon abgehalten, in ein Lokal zu gehen.“

Die 3-G-Regel wird von ihren Gäste locker angenommen. „Eigentlich bräuchte ich nicht mehr kontrollieren, denn ich kenne meine Stammgäste schon in- und auswendig. Ich tu‘s aber natürlich trotzdem.“ Es sind hauptsächlich Pensionisten, die Kutscha aus ihren Töpfen, zur Freude derselben, „abfüttert“. „Die meisten sind schon geimpft, zeigen aber freiwillig ihre Impfbestätigung vor. Auch die Registrierung wird ohne Murren angenommen“, erzählt Kutscha aus ihrem Arbeitsalltag.

Mit ihrer derzeitigen Auslastung ist die Wirtin zufrieden: „Wenn ich mehr Gäste wollte, dann müsste auch mehr Personal anstellen. Und das will ich nicht, weil es derzeit gar nicht leicht ist, Personal zu bekommen, und ich persönlich arbeitstechnisch voll ausgelastet bin.“ Genau aus diesem Grund will sie auch keine Veranstaltungen mehr machen. Kutscha abschließend: „Sicher, man könnte noch mehr herausholen, aber ich bin zufrieden mit meiner derzeitigen Situation. Mehr will ich nicht.“

„Wenn ich mehr Gäste wollte, dann müsste auch mehr Personal anstellen. Und das will ich nicht, weil es derzeit gar nicht leicht ist, Personal zu bekommen, und ich persönlich arbeitstechnisch voll ausgelastet bin.“

Das „Gasthaus am Silbersee“ ist auch so ein Lokal, das durch die Familie schon so manche Krise überlebt hat. Und auch Leopold Offmüller zeigt sich mit der aktuellen Lage zufrieden. „Was sich geändert hat, ist die Verweildauer der Gäste“, hat Offmüller beobachtet, „die Leute sind vorsichtig geworden.“

Kein Murren bei der 3.G-Regel

Auch am Silbersee werden die 3-G-Regel und die Registrierung anstandslos angenommen. Die Registrierung ist wegen der Delta-Variante und der damit möglichen Nachverfolgung für Offmüller immens wichtig. Der Wirt bietet aber auch selbst Schnelltests an: „Es sind die bekannten Nasenbohrer-Tests. In fünf Minuten ist das erledigt.“

Wie immer setzt Leopold Offmüller auch auf eigene Feste: „Die werden bei uns auch wirklich gut angenommen, nicht nur deswegen, weil es in diesem Sommer keine Feuerwehrfeste gibt.“ Jeden Ersten im Monat macht das Gasthaus am Silbersee eine eigene Veranstaltung mit Live-Musik. Offmüller: „Da bin ich sehr gut besucht, immer im Rahmen des Erlaubten. Ich schau drauf, dass besonders bei den Festen die 3-G-Regel eingehalten wird.“

Mit dem Personal hatte Offmüller – wie er selbst sagt – Glück. Zwei Mitarbeiter habe er mit Kurzarbeit halten können. Mit der aktuellen Mannschaft kommt er heuer durch. „Personal ist derzeit sehr schwer zu bekommen. Ich habe lange gesucht und jetzt wirklich ein ausgezeichnetes Team, das ich im nächsten Jahr um zwei Mitarbeiter erweitern will“, so der positive Blick in die Zukunft.

Den Mangel an Personal begründet Offmüller so: „In der Gastronomie zu arbeiten bedeutet viele Entbehrungen, wie harte Arbeit, kein Wochenende und bescheidene Bezahlung. Jetzt gab es mehr als ein Jahr lang gar keine Möglichkeit in der Branche seinen Job zu machen. Da haben sich natürlich viele umgeschult.“

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