Probst Fürnsinn Administrator von Stift Klosterneuburg. Der emeritierte Propst des Augustiner-Chorherren Stiftes Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn, ist vom Vatikan zum Administrator von Stift Klosterneuburg ernannt worden.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 09. Juni 2021 (11:34)
Probst Maximilian Fürnsinn
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Der 81-Jährige wird die Tätigkeit laut einer Aussendung vom Mittwoch am 1. Juli aufnehmen und direkt mit dem Päpstlichen Delegaten Bischof Josef Clemens zusammenarbeiten. Nach dem Rückzug von Propst Bernhard Backovsky waren zunächst Clemens und dann Gregor Henckel-Donnersmarck zum Administrator bestellt worden.

Die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens habe Fürnsinn, auf Antrag von Clemens, mit Dekret vom 4. Juni ernannt, teilte das Stift Klosterneuburg in einer Aussendung mit. Der Administrator besitze alle Vollmachten, die dem Stiftsdechant gemäß den Konstitutionen der Österreichischen Augustiner-Chorherren Kongregation zukommen.

Fürnsinn war 1979 zum 68. Propst von Stift Herzogenburg gewählt worden. Diese Funktion übte der Prälat bis zu seiner Pensionierung 2019 aus. Der 81-Jährige ist Ehrengroßprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und bekleidete von 1998 bis 2013 das Amt des Vorsitzenden der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs.

Rund um die Administrator-Rolle gab es im Stift Klosterneuburg zuletzt mehrere personelle Rochaden. Nachdem Propst Backovsky im Mai 2020 wegen Krankheit zurückgetreten war, wurde Clemens im November des Vorjahres als Delegat zum interimistischen Leiter des niederösterreichischen Stiftes bestellt. Die Beauftragung des früheren engen Mitarbeiters von Kardinal Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., erfolgte nach einer apostolischen Visitation im Sommer im Augustiner Chorherrenstift, bei der es u.a. um Missbrauchsvorwürfe ging. Im entsprechenden Dekret der zuständigen Kongregation wurde - wie auch Kathpress berichtete - die Einsetzung des Delegaten mit der Feststellung begründet, dass Backovsky die Situation rund um den von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Stiftes begangenen Missbrauch nicht angemessen gehandhabt habe.

Mit Dekret vom 19. April wurde dann der Heiligenkreuzer Altabt Henckel-Donnersmarck vom Vatikan zum Administrator von Stift Klosterneuburg bestellt. Der 78-Jährige hätte die Funktion ab dem 2. Mai bekleiden sollen, trat das Amt allerdings aus gesundheitlichen Gründen nicht an.