Gesundheitsplatz wertet Horn auf. Investition „im unteren zweistelligen Millionenbereich“ in Dienstleistungszentrum soll an die 100 neue Arbeitsplätze schaffen.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:11)
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Spatenstich für den neuen Gesundheitsplatz Horn mit Generalplaner Josef Panis, Norbert Fidler, Landesstellenausschuss-Vorsitzender der NÖ Gesundheitskasse, Landesrat Martin Eichtinger, Bürgermeister Jürgen Maier, Leyrer + Graf-CEO Stefan Graf und dem „Bauherrn“ Professor Martin Breitenseher (v. l.).
Rupert Kornell

„Heute ist ein großer Tag für Horn, ein Leuchtturm-Projekt für das gesamte Waldviertel wird hier entstehen“, meinte Landesrat Martin Eichtinger, als der Spatenstich für den „Gesundheitsplatz Horn“ über die Bühne ging.

Schon vor fünf Jahren hatte Professor Martin Breitenseher die Vision, ein Gesundheitszentrum zu errichten, eine Idee, die auch Bürgermeister Jürgen Maier verfolgte – die NÖN berichtete damals ausführlich. Es gab aber verschiedene Hürden zu überwinden, damit es jetzt zur Umsetzung kommen konnte.

Millionen-Kosten. Wesentlich war dabei die nunmehrige Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), damals NÖGKK, die hier entscheidend mitwirkte. „Und wir haben ein offenes Ohr bei Landesrat Martin Eichtinger gefunden“, dankte Breitenseher für die Unterstützung, die er auch von Gattin Andrea sowie den Töchtern Iris und Julia genoss. „Auch die hartnäckige Klippe Finanzierung haben wir dank der Raiba Horn schließlich geschafft.“ Immerhin werden für den Bau Kosten „im unteren zweistelligen Millionenbereich“ (Breitenseher) anfallen.

Auf dem 5.782m² großen Grundstück, dem ehemaligen Union-Platz, den die Stadtgemeinde Ende 2017 um 375.000 Euro an den Bauherrn, die Gesundheitsplatz St. Martin GmbH mit Geschäftsführer Martin Breitenseher, verkaufte, entsteht ein Bau mit 4.000m² Nutzfläche auf vier Etagen, die Fertigstellung ist für Herbst 2022 geplant.

Erste Anmeldungen. Vorgesehen sind neben der ÖGK, die dann von ihrem jetzigen Standort in der Stadt (Stephan-Weykerstorffer-Gasse) hierher übersiedeln wird, und dem Diagnosezentrum Horn in der Spitalgasse (Breitenseher: „Das ist uns längst zu klein geworden, künftig haben wir doppelt so viel Platz!“) auch Niederlassungen anderer Ärzte aus den verschiedensten Fachbereichen, damit ein umfangreiches medizinisches Programm unter einem Dach und in unmittelbarer Nähe zu Landesklinikum, Stephansheim und Rotem Kreuz zur Verfügung steht. Eine Brücke über den Altbach soll eine direkte Verbindung zum Landesklinikum schaffen. „Bewährte Bausteine sollen nicht einzeln, sondern gemeinsam im neuen Zentrum bereitgestellt werde und einen Synergieeffekt erzielen“, ist Breitensehers Schlüssel zur Neugestaltung. Und nicht zu vergessen: an die hundert Mitarbeiter sollen hier Platz finden.

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Die Erdarbeiten auf der Baustelle gegenüber dem Landesklinikum schreiten zügig voran, die Eröffnung ist für September nächsten Jahres geplant.
Rupert Kornell

Höchste Qualität. Eichtinger hob Breitenseher als „Visionär“ hervor, der langen Atem bewiesen habe, die ÖGK habe bei diesem Projekt Neuland betreten. Er ist überzeugt, dass „das Werk von höchster Qualität ist und es nicht mehr lange dauern wird, bis das Haus mit Gesundheitsdienstleistern gefüllt ist“.

„Hier trifft sich der niedergelassene mit dem Spitalsbereich“, warf Norbert Fidler, ÖGK-Landesstellenausschussvorsitzender, einen Blick in die Zukunft. Die Übersiedlung der Servicestelle hierher sei notwendig, weil hier ein entsprechendes Platzangebot zur Verfügung stehe, denn allein in Horn gibt es jährlich rund 15.000 Kundenkontakte und 45.000 Gespräche.

Mehr Lebensqualität. Bürgermeister Jürgen Maier freute sich über das Vorhaben, bei dem „Visionen der Stadt und eines Privaten zusammengekommen sind“, und malte ein Zukunftsszenario, wo er das Wachsen der Stadt von hier aus in Richtung Bahnhof, der ja in absehbarer Zeit auch an die FJB angebunden wird, anstrebe. „Der Gesundheitsplatz Horn ist ein weiterer Schritt zu mehr Lebensqualität für die Stadt und die gesamte Region.“

„Termin und Preis halten“ . Generalplaner Josef Panis aus Wiener Neustadt zeigte sich überzeugt, dass hier Großes entstehe und gab Vorschusslorbeeren an die Baufirma Leyrer + Graf, mit der man eine ausgezeichnete Wahl getroffen habe und die sicher die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen werde. Das versprach auch deren CEO Stefan Graf, dessen Betrieb auch in Horn einen wichtigen Firmensitz hat: „Wir bemühen uns heftigst, nicht nur den Termin, sondern auch den Preis zu halten. Wir brauchen solche Einrichtungen, das wird uns im Waldviertel stark machen“, sagte Graf.